Winterdecken – Sinn oder Unsinn ?

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Es ist wieder so weit – ob karriert, gestreift, lila, türkis oder pink; Fashion-Junkies horten sie in den Modefarben der Saison, anderen reicht etwas eher Zweckmäßiges –  die Deckensaison ist eröffnet! Die Reitsportindustrie hat ihre Hausaufgaben gemacht und bietet auch diesen Winter alles, was der Reiter- Geschmack begehrt.

Viele Reiter beginnen sobald die Tage kürzer werden damit ihre Pferde vor dem Wachstum ihres Winterkleides einzudecken. Sie möchten damit verhindern, dass die Pferde ein dichtes und langes Winterfell bekommen, was das Tocknen des Schweißes nach der täglichen Arbeit behindert. Außerdem haben die meisten Pferdebesitzer Angst davor, dass sich ihr Pferd erkältet oder friert.

Winterdecken und die Frage nach ihrer Notwendigkeit – Sinn oder Unsinn ? Wir haben uns für diesen Artikel mit Veterinärmedizinern und passionierten Reitern unterhalten, um herauszufinden was dran ist an dem Deckenwahn.

„So natürlich wie möglich“ rät Veterinärmediziner Dr. Hartmut Keitel aus Kirchdorf am Inn. Pferde besitzen einen sehr fein strukturierten Mechanismus zur Regulation ihrer Körperwärme, genannt Thermoregulationsmechanismus. Dieser Mechanismus hilft dem Pferdekörper sich an höhere Temperaturschwankungen anzupassen. Wenn Pferde artgerecht gehalten sowie ausreichend und qualitativ hochwertig gefüttert werden, dann funktioniert dieser hervorragend und die Pferde erkälten sich auch nicht, wenn sie eingeschneit sind. Nach Arzeneimittel.de  fühlen sich gesunde und artgerecht gehaltene Pferde allgemein bei -15°C bis ca. 20 °C am wohlsten; ihre Optimaltemperatur liegt dann bei 5°C trockener Kälte. Greift man allerdings in das natürliche Geschehen ein und schert sein Pferd, dann ist eine Decke zum Warmhalten bei niedrigen Temperaturen unbedingt von Nöten, so Keitel.

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Zur Beantwortung der Frage „Soll ich im Winter eindecken oder nicht?“ sollte man sich alle individuellen Gegebenheiten seines Pferdes klar machen. Jeder Besitzer sollte sein Pferd gut beobachten und individuell entscheiden, ob es nötig ist. Hat man ein reines Freizeitpferd, das im Winter weniger geritten wird, dann sollte man auf das Eindecken verzichten, so Dr. Christian Schütte aus Bonn für den Dressur-Studie-Artikel „Gut behütet oder übertrieben verzärtelt? Pferde eindecken?“.

Jeder Pferdebesitzer sollte sich auch selbstkritisch die Frage stellen: „Friert mein Pferd oder ich selbst ? Sollte ich akzeptieren, dass sich mein Pferd wohl fühlt, obwohl ich es als unangenehm kalt empfinde?“.

In einer Aussage sind sich jedenfalls alle Veterinäre und die Uelzener Pferdeversicherung einig: Eingedeckte Pferde werden anfälliger, weil sie ihre Thermoregulation viel weniger trainieren.

Bei welchen Pferden ist das Eindecken notwendig?

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  • Geschorenen Pferden
  • Alten Pferden
  • Kranken Pferden
  • Empfindlichen Pferden
  • Schlecht gefütterten Pferden

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Worauf sollte man unbedingt achten?

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  • Die Decke in der richtigen Größe kaufen, damit sie nicht verrutscht und sich das Pferd nicht verletzten kann.
  • Alle Gurtbänder und Schlaufen so befestigen, dass sich das Pferd beim Legen und Aufstehen nicht verheddern und verletzen kann.
  • Immer wieder die Frage stellen: Ist die Decke den Temperaturen angemessen?

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Fotos by Nicole Kumpf  

Bandagen und Gamaschen – Gefährlicher Irrglaube?

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Bandagen und Gamaschen – Gefährlicher Irrglaube?  Wie im Artikel „Schiefgewickelt“ des Magazins „Bayerns Pferde“ ausführlich nachzulesen, haben sich forschende Veterinäre zusammengetan, um herauszufinden was dran ist an dem Für und Wider der Wickelei.

 

Ergebnis der Experten war es, ein große Warnung vor übertriebener Fürsorge auszusprechen. Bandagen und Gamaschen können bei zu intensiver oder falscher Anwendung Sehnenschäden und Drucknekrosen verursachen!

 

Dr. Andreas Franzky, Vorsitzender des Arbeitskreises Pferde der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz(TVT) gibt eine Anekdote wieder, in der eine bandagierte Stute ähnliche Symptome zeigte wie bei einer Kolik und die Ursache war letztenendes der Hitzstau unter den Bandagierkissen und Bandagen.  Auch wir kennen das! Wenn wir im Winter mit dicken Fellstiefeln in ein Geschäft kommen, was geheizt wird, verspüren auch wir das verlangen die Stiefel auszuziehen. Im schlimmsten Fall kann es auch bei einem Menschen zum Kreislaufabsacken kommen. Erzeugt durch einen Hitzestau am Knöchel, kann es einem schwindelig und unwohl werden. Ähnlich wird das ein Pferd empfinden.

 

Die Experten bestätigen die gute, kratzschützende Wirkung und Wundvorbeugung gut gepolsterter, weicher Gamaschen oder Bandagen bei der Ausbildung junger und noch wenig ausbalancierter Pferde. Sie warnen jedoch ausdrücklich vor der falschen Anwendung von Gamaschen beim Springen, diese richten erheblich Schäden an den Sehnen an.

 

Große Irrglauben:

 

WärmeDauererwärmung schadet dem Pferdebein!  Die Übertriebene Sorge, um Verletzungen der Pferdebeine vorzubeugen, schadet dem Pferd mehr als es ihm hilft. So sollten Pferde beim Koppelgang am besten „barfuß“ sein, weil sich unter den Gamaschen und Bandagen Schmutz, Sand und Planzenteile sammeln, die scheuern; sie saugen sich zu dem mit Flüssigkeiten und Feuchtigkeit voll, was reibt. Im Sommer wird es darunter so heiß, dass es für das Pferd mehr als unangenehm ist.

 

Bei der durchgeführten Studie testete man die Temperatur am Pferdebein im Ruhezustand. Diese lag normal bei 24° C und unter den Beinschützern bei bis zu 36° C. Diese Temperaturen verursachen Funktionsstörungen der Sehnen,  so Jochen Lill, Physiotherapeut und Osteopath vom Rehazentrum Antdorf. Deshalb sind sich verschiedene Experten einig: Nach dem Reiten sofort die Beinschützer runter! Und unten lassen.

 

StallbandageBehinderung des Lymphsystems! Eine Studie mit dem Namen „Auswirkung und klinische Relevanz von Woll(Stall)bandagen mit wattierten Unterlegern und Strickstrümpfen auf den Lymphfluss im Pferdebein“, aus dem Jahr 2006 belegte, dass Stallbandagen nicht zweckmäßig sind.

 

Professor Dirk Berens von Rautenfeld und Dr. Christina Fedele von der  Tierärztlichen Hochschule Hannover erklären, dass „Die scheinbare, optisch positive Wirkung der Bandagierung erklärt sich dadurch, dass in dem komprimierten Gewebe keine Wassereinlagerung stattfinden kann.“ Das Lymphsystem wird in seiner Arbeit massiv behindert und schädigt auf Dauer chronisch!

 

StallgamaschenSie bilden Nekrosen und das Gewebe stirbt ab! Zu sogenannten Drucknekrosen auf der Haut des Röhrbeins oder des Sehnenstrangs kann es durch Stallgamaschen kommen oder wenn man vergisst die Reitgamaschen über Nacht abzunehmen, betont Dr. Christian Bingold, Leiter der Pferdeklinik Großostheim. Als Hintergrund nennt er den permanenten Druck auf das Pferdebein, der die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt und das Gewebe absterben lässt.

 

Nach der Heilung zeigen sich dann an der entsprechenden Stelle meist weiße Haare, bei Schimmeln sind es schwarze.

 

Stütze, Entlastung und SchlagschutzIrrglaube, der uns von den Marketingabteilungen der Gamaschen- und Bandagenhersteller eingeredet wird, damit wir möglichst viel und oft kaufen! Gamaschen können vor Kratzern, aber nicht vor Schlägen schützen. Das Anlegen und Einwickeln stützt nicht ab, entlastet nicht und hält keine Schläge ab.

 

Warum??? – erklärt Dr. Peter Witzmann aus Leinfelden-Echterdingen im Magazin „Bayerns Pferde“: Beim Bandagieren wickelt man die Bandage zirkulär ums Bein. Die Kraft, die etwa beim Springen auf das Bein wirkt, wirkt von oben nach unten. Bandagen können diese Kräfte nicht abfedern! Gleiches gilt für Gamaschen. Wenn man das Pferdebein vor Überdehnung schützen wöllte, müssten die Gamaschen so fest sitzen, dass sie eine Einschränkung der Bewegung und mangelnde Versorgung des Beins in Kauf nehmen müssten!

 

Stoßdämpfung – 2001 hat die Fachzeitschrift „Cavallo“ mittels Beschleunigungssensoren vom Biomechaniker Dr. Parvis Falaturi messen lassen, ob sich Stützgamaschen, die den Fesselkopf umschließen, als stoßdämpfend erweisen.

 

Das Ergebnis – Von dämpfenden Effekten keine Spur. Das Magazin zitiert Falaturi, der die Messreihen durchführte: „Was im Bein passiert, wird durch Boden und Beschlag, nicht aber durch Gamaschen beeinflusst.“

 

Wieviel kostet ein Pferd ?

Wieviel kostet ein Pferd? 

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Mein Lieblingswitz: „Wie macht man mit einem Pferd ein kleines Vermögen?“ Die Antwort ist: „Man nehme ein großes Vermögen und kaufe sich ein Pferd!“.

Jetzt mal Spaß bei Seite, an Reiter oder Pferdebesitzer werden oft immer wieder die gleichen Fragen gestellt, die Beliebteste ist: Wieviel kostet ein Pferd im Monat? Um hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen haben wir Kosten aus verschiedenen Reit- und Sportställen zusammengetragen und Euch die Mittelwerte aufgelistet. Eine Pensionspreiskalkulation* eines durchschnittlichen Musterbetriebs mit pferdgerechten, sauberen Tageslicht-Boxen, gepflegten Reitplätzen, Weiden und einer Reithalle, guter
Beratung, Sauberkeit und netter Atmosphäre. Salopp gesagt: keine Klitsche und auch kein Upperclass-Betrieb. Hufeisen_Fotor

Reithallenbenutzung:       20 Euro

Reitplatz:                                10 Euro

Stallplatz:                                50 Euro

Futter:                                      60 Euro

Einstreu:                                 20 Euro

Misten:                                  100 Euro

Füttern:                                   30 Euro

Anlagenpflege:                     20 Euro

Weidegang org.:                  50 Euro

Strom/Wasser:                    10 Euro

Also, wieviel kostet ein Pferd nun circa pro Monat ?

Wir kommen auf rund 370 Euro.

Warum so teuer? Weil Personalkosten mehr als die Hälfte des Pensionspreises ausmachen.

Wer monatlich so einen hohen Preis bezahlt, der darf selbstverständlich professionellen Service von gut ausgebildeten und fair entlohnten Mitarbeitern erwarten. Zudem reitet er in einer gepflegten Halle und auf einem pfützenfreien Reitplatz. Die Pferde fressen einwandfreies Futter und werden vom Personal auf gepflegte, sichere Weiden mit Wasser und Heu gebracht.

Dazu wird der Hof durch ein vorbildliches Stallklima bereichert, der Betrieb hat außerdem saubere Toiletten, ein heizbares Reiterstübchen oder beheizte Sattelkammer und im Notfall professionelle Zusatzleistungen.
Diese müssen zusätzlich beim Stallbesitzer bezahlt werden. Origami-Pferdjpg

Unsere Pferde sind unsere Lieblinge und damit es ihnen an nichts fehlen muss, haben wir Sonderwünsche, die der  Pensionsstallbetreiber meist nicht selbstverständlich anbietet und sich für die Realisierung dieser Extrawünsche auch gut entlohnen lässt.

„Mein Pferd muss eigedeckt werden. Ss braucht spezielle Gamaschen für die Koppel, bitte Hufe auskratzen, bitte aufhalten, wenn der Schmied kommt, eine Salbe hier und drei Pülverchen da.“

Dafür gibt es nur zwei Lösungen: entweder zahlen oder alles selbst machen!

Das Reitsportmagazin Cavallo hat mit seinen Auflistungen Serviceleistungen einen Durchschnittswert dafür errechnet, was der Service ums Pferd durchschnittlich kosten darf. Hier ist die Rechnung, was zusätzliche Leistungen kosten und warum Sparfüchse ihren Pferden am Ende schaden.

Das gilt z.B. für:

-tägliches Eindecken kostet 30 Euro im Monat,

-einmalige dreistündige Kolikbetreuung 60 Euro,

-Scheren 15 Euro,

-Hufe aufhalten beim Schmied 10 Euro,

-vierstündige Stutenschauvorstellung 80 Euro,

-Wurmkur geben 3,50 Euro,

-Pilzbehandlung (ohne Medikament) 20 Euro.

Und wenn wir mal knapp dran sind zur Reitstunde, dann macht uns die professionell arbeitende Pferdewirtin auch mal fix das Pferd fertig. „Dafür bekommt ihr Chef 3,30 Euro. Warum ihr Chef? Weil alles andere Schwarzarbeit wäre“, so Cavallo.

*Es wurden Durchschnittswerte angenommen, die von Betrieb zu Betrieb veriieren können.

Dressurlehrgang mit Marian Iven

Die Vorbereitungen für die grüne Saison laufen – Marian Iven gibt erfolgreich 2. Dressurlehrgang in Berlin

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Berlin/Ahrensfelde. Ein anstrengendes, aber wunderschönes und lehrreiches Wochenende ist erfolgreich zu Ende gegangen. Schon zum zweiten Mal stand auf der Reitanlage Hermannshof in Ahrensfelde in diesem Jahr ein ganzes Wochenende ganz im Zeichen der dressurmäßigen Ausbildung von Reiter und Pferd. Der zweitägige Dressurlehrgang wurde von den Gastgebern Sebastian Winter und Peggy Groke organisiert und von dem Dressurreiter, Trainer und Richteranwärter Marian Iven durchgeführt.

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Nach seinem erfolgreichen Auftakt im Februar 2014 wiederholte Marian Iven aufgrund reger Nachfrage seinen Dressurlehrgang am vergangenen Wochenende. Schon nach wenigen Tagen waren die insgesamt 15 Lehrgangsplätze komplett ausgebucht. Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeder Altersstufe und jedes Ausbildungsstandes versuchten motiviert und wissbegierig Marian Ivens Tipps umzusetzen.

Iven selbst war überaus positiv überrascht: „Ich war so positiv über die Arbeitsmotivation auf dem Pferd überrascht. Alle Teilnehmer aus jeder Altersklasse haben die komplette Unterrichtseinheit best möglich genutzt und, wie ich finde, alle Vorschläge mit Erfolg umgesetzt. Großes Lob von meiner Seite an alle Teilnehmer beider Lehrgänge, aber besonders an eine 70jährige Reiterin, die mit Spaß und Freude Ehrgeiz bewiesen hat und zeigte, dass das Reiten auch im hohen Alter fit hält und Freude bereitet. Nicht zu vergessen die Gastgeber, die durch ihre reibungslose Organisation eine nette, familiäre Atmosphäre geschaffen hatten. Sehr gern wieder!“

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Als Trainer und Richteranwärter liegt Marian Ivens Hauptaugenmerk während der Trainingseinheit in erster Linie darin, den Reiter zu schulen sein Pferd schneller in die Losgelassenheit und Durchlässigkeit zu bringen. Die Pferde sollen zufrieden an den  Hilfen des Reiters stehen. Er vertritt die Meinung, dass „man nur mit einem losgelassenen Pferd sauber gerittene Lektionen erarbeiten kann“. Angefangen bei der Verbesserung der Grundgangarten bis hin zu Lektionen der Klasse E- M, Marian Iven bot den Teilnehmern gute Unterstützung und bescherte dem einen oder anderen ein  „Aha-Erlebnis“.

Teilnehmerin Viola ist begeistert: „Anfangs fand ich den Gedanken am Dressurlehrgang teilzunehmen befremdlich. Ich hatte Angst mich zu blamieren. Aber als die Teilnehmer des vergangenen Lehrgangs gar nicht mehr aus dem Schwärmen herauskamen, fasste ich meinen Mut zusammen und meldete mich an. Marian hat eine tolle, bildhafte Art die Hilfengebung zu vermitteln, sah sofort unsere Schwachpunkte, die er mit hilfreichen Tipps anpackte und erzeugte damit bei mir einen „Aha-Effekt“. Wir wurden mit einem rund gehenden, zufrieden abschnaubenden Pferd und einer glücklichen Reiterin belohnt!  Was will man mehr!?  Vielen Dank, Marian – wir kommen wieder!“.

Fotos von oben by Claudia Saß/Karsten Trefflich, N. Harms Fotografie, Blautexte.de

Auf den Magen geschlagen-Magengeschwüre bei Pferden

Die erschreckenden Statistiken – 90% aller Rennpferde, nahezu 60% aller Turnierreitpferde und 30% aller Freizeitpferde in leichter Arbeit leiden an Magengeschwüren!

We love Pferde_ Magengeschwuer

Es ist wenig bekannt und wird zu oft unterschätzt, doch Fakt ist, unentdeckte, schon chronische Magenentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüre (Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS)) kommen bei Pferde sehr häufig vor. Hin und wieder beschäftigt sich das ein oder andere Pferdemagazin eher nebenbei mit diesem Thema, aber wirkliche Hinweise zu Hintergründen, Symptomen, Ursachen und Vorsorge-Tipps bleiben dabei zumeist unerwähnt. Wir möchten euch eine kleine Liste sorgfältig ausgewählter Fakten zur Verfügung stellen. Und möchten darüber hinaus dringlichst darauf hinweisen, dass bei einem Verdacht ein erfahrener Tierarzt zu Rate gezogen werden sollte.

Die Statistiken aus der iWest-Puplikation: „Magengeschwüre beim Pferd erkennen und verhindern“ (2010), der Pferde Woche: „Magengeschwüre bei Pferden“ (2012) und dem VDD-aktuell-Beitrag „Magengeschwüre beim Pferd: Ein in der Praxis oft unerkannt bleibendes Phänomen!“ (ohne Datum) von Dr. Gerd Stiens sind zusammen genommen erschreckend. Nach diesen Publikationen leidet fast jedes Pferd mehrfach in seinem Leben unter Magengeschwüren und niemand bemerkt es.

So ist die Häufigkeit der Magengeschwüre von der Haltung und dem Stress des Pferdes abhängig und so leiten sich die weltweiten Statistiken ab: 90% aller Rennpferde (90% aller Vollblutrennpferde, 60%-80% aller Trabrennpferde), circa 60% aller Sportpferde (Turnierpferde), 30% aller Freizeitpferde in leichter Arbeit und weniger als 10% aller Weidepferde.

We love Pferde_MagengeschwuerBis vor einem Jahrzehnt fanden Magengeschwüre bei Pferden nie Erwähnung. Der Grund ist ganz simpel. Selbst wenn man den Verdacht hatte, konnte man sie nicht diagnostizieren, weil es keine Endoskope gab, die lang genug waren einen Pferdemagen zu untersuchen und als Maßanfertigung viel zu teuer herzustellen waren, für ein bloße Vermutung. Seit ca. 15 Jahren wurde die Gastroskopie bei Pferden vorangetrieben und hat sich bis heute zu einer gängigen Untersuchungsmethode etabliert.

Was passiert im Pferdemagen?

Pferde sind von ihrer Natur her Dauerfresser, die täglich 16 – 18 Stunden mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind und die lieber komplett stressfrei leben.  Da diese Grundbedürfnisse des Pferdes bei unseren heutigen domestizierten Pferde keinesfalls mehr gegeben sind, verändert sich einiges. Gefressen wird, was in den Trog kommt – Rauhfutter gibt es auf Zuteilung, statt wichtiger faserreicher Nahrung gibt es mehrmals täglich konzentriertes Getreidefutter. Und vom negativen Stress bei Boxenhaltung, auf dem Paddock mit Pferden, die sich untereinander nicht grün sind, bei der Trennung von Freunden oder beim zu langen, pausenlosen Reiten, ganz zu schweigen. Auf den Magen schlagen alle diese Faktoren.

Nach Expertenmeinung bilden Pferde innerhalb eines Tages zwischen 5 und 10 Liter Magensaft pro 100 Kilogramm Körpergewicht, um Keime und Krankheitserreger in der Nahrung abzutöten. Das sind bei einem durchschnittlichen Warmblut von 600 Kilogramm zwischen 30 und 60 Liter Magensaft, der zum größten Teil aus Salzsäure besteht. Der Pferdespeichel enthält Bikarbonat, eine Lauge, die die Säure geringfügig neutralisiert. Das bedeutet, das Pferd muss viel fressen, um Speichel zu produzieren, um die Magensäure abzupuffern. Wenn es nicht rund um die Uhr Rauhfutter zu sich nehmen kann, greift die Säure die Magenwände und die Schleimhäute an. Es genügen schon je nach Empfindlichkeit 1 – 5 Stunden, das ist die Zeit, die die Magenpassage dauert. Somit fangen die ersten negativen Grundlagen für Magengeschwüre schon bei zu langen Fresspausen an.  Dazu kommt, dass Pferde beim Fressen von Getreidefutter viel weniger neutralisierenden Speichel produzieren, darüber hinaus kommt es durch den hohen Stärke- und Melassegehalt zu einer vermehrten Säurebildung und wirkt zudem kontraproduktiv auf den Verdauungsakt, deshalb sollte immer erst das Rauhfutter und dann das Getreidefutter gegeben werden. Zusammen mit einer schlechten psychischen Verfassung des Pferdes, ist der Nährboden für Magengeschwüre mehr als gegeben. Stress erhöht bei Pferden die Produktion von Magensäure, vermindert die Schleimhautdurchblutung und setzt die Aktivität der Verdauungsorgane herab.

Symptome:

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  • Gewichtsverlust
  • Aufgedunsener Bauch (Strohbauch)
  • Leichte Koliken
  • Stumpfes Fell
  • Plötzliche Veränderung der Haarfarbe
  • Vermehrtes Gähnen
  • Trägheit
  • Absinken des Leistungsniveaus
  • Leerkauen
  • Zähneknirschen
  • Anschein nach Depression
  • Absondern von Artgenossen
  • Extreme Triebigkeit
  • Zögerliches Bergabgehen
  • Erschwertes Hinlegen
  • Extrem hohe oder niedrige Wasseraufnahme
  • Ablecken von Metallgegenständen

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Hauptursache:

[unordered_list style=“red-x“]

  • Falsche Fütterung
  • Zu langes oder intensives Training
  • Nicht artgerechte Haltung
  • Stress
  • Krankheiten

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Psychische Ursachen:

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  • Stress (Stress durch Artgenossen mit denen sie gezwungenermaßen zusammen leben müssen; Transporte; Turniersport; ständiges Bedecken oder Besamen; unpassende Ausrüsting, die schmerzt; zu langes, pausenloses Trainieren)
  • Traurigkeit
  • Überforderung
  • Unwohlfühlen
  • Missverstanden werden
  • Fehlende Zuwendung
  • Einzelhaltung

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Physische Ursachen:

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  • Überdruck von Magensäure
  • Zahnerkrankungen
  • Kaubeschwerden
  • Luftschlucker (Kopper)
  • Heißes Futter
  • Gefrohrenes Futter
  • Mechanische Schädigung der Schleimhäute durch (z.B. verholztes Heu)
  • Fütterung von Gerste (glasharte Schale, schlechte Verdaulichkeit der Stärke)
  • Magenparasiten

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Chemische Ursachen:

Aufnahme von: [unordered_list style=“red-x“]

  • Kunstdünger
  • Pflanzenschutzmittel
  • Schädlingbekämpfungsmittel
  • Fehlgegorener Silage
  • Überdosierten Medikamenten
  • Überdosierung von Futterzusatzstoffen
  • Überdosierung von Mineralstoffgemischen
  • Gerbsäure (z.B. aus Bucheckern und Eicheln)

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Tipps für eine gute Vorsorge:

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  • Pferde sind Dauerfresser (täglich 16-18 Stunden), vermeiden Sie Fresspausen von mehr als 4 Stunden
  • Pferde fressen nachts am meisten, also großzügig Heu geben oder Heunetze anbringen
  • Erst Heu, dann Kraftfutter
  • Vermeiden Sie starke Melassierung und schwer abbaubares Getreide
  • Kraftfuttermengen beachten (400g Hafer je 100 kg Pferd, 250g Mais je 100 kg Pferd)
  • Mash nicht zu heiß geben
  • Keine gefrohrenen Futtermittel
  • Keine übersäuerte oder fehlgegorene Silage
  • Dafür sorgen, dass das Pferd langsam und in Ruhe fressen kann
  • Ruhezeiten nach dem Füttern beachten (ca. 2 Stunden)
  • Keine abrupten Futterwechsel
  • Lecksteine, Tröge und Tränken täglich sauber halten!

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„Meine ersten Reitabzeichen“ – Grundlagenbuch

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Ob man nun ein Reitabzeichen machen möchte oder nicht, ein „Must have“ für alle Kinder, Anfänger, Wiedereinsteiger und Reitlehrer!

„Meine ersten Reitabzeichen“, geschrieben von Isabelle von Neumann-Cosel ist nicht nur als Vorbereitungsbuch für die Reitabzeichen 10 bis 6 anzusehen, es vermittelt Schritt für Schritt alle Grundlagen vom Umgang mit dem Pferd bis hin zur praktischen Reitlehre. Es ist das offizielle Prüfungsbuch der FN zur aktuellen APO 2014/LPO und WBO.

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Sehr anschaulich und kindgerecht erklärt werden die verschiedenen Punkte durch Fotographien sowie eingängige Comics und Illustrationen von Jeanne Kloepfer. Herausgegeben wird das Grundlagenbuch vom Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

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Wir können dieses Grundlagen-Buch für Kinder und Erwachsene sehr empfehlen!

 

Wo ihr es herbekommt? HIER zum FN-Verlag

 

 

Schreibt uns eure Meinung zu diesem Buch in die Kommentarfunktion! Wir freuen uns drauf! 😉

 

 

 

Meredith Michaels-Beerbaum – Keine Angst vor großen Zielen

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„The Impossible Dream (Made possible) – Meredith Michaels wining the olympics on Boston Banker.“ So entschlossen und zielsicher, das für sie Unmögliche zu erreichen, schrieb die damals 11jährige Meredith diesen Satz wie eine Art Mantra auf ein schwarz-weißes Foto der amerikanischen Amazone Hillary Ridland.

Heute schreibt sie selbst Springsport-Geschichte. Sie verbucht unzählige Siege und ist als erste Frau die Nr. 1 der Weltrangliste. Wie sie diese großartigen Erfolge über ihr Können, ihre Philosophie und ihre ganz eigene Methode mit Pferden zu arbeiten geschafft hat, können wir nun nachlesen.

Elmar Pollmann-Schweckhorst zeigt auf 160 Seiten mitfühlend und erlebbar verschiedene Ansätze der Philosophie, der Methode und damit einhergehende wichtige Lebensetappen der erfolgreichsten Springreiterin der Welt. Das Buch „Keine Angst vor großen Zielen – Meredith Michaels-Beerbaums Weg zur Nr.1: Ihr Leben – Ihre Methode – Ihre Philosophie“ ist ein großartiges Porträt einer anmutigen, zierlichen Person mit einem riesigen Herz und einem enormen positiven Glauben in die Beziehungen zu ihren Pferden.

Aus: Keine Angst vor großen Zielen, S. 146.
Aus: Keine Angst vor großen Zielen, S. 146.

Dieses, vom FN Verlag herausgegebene, Buch ist ein Muss für Meredith-Fans und Menschen die sich für Merediths ganz eigene und überaus erfolgreiche Interpretation des Horsemanships interessieren.

Ein hervorragendes Buch zum Verschenken und zum selbst Behalten!

 

 

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Sichert es euch hier noch schnell als Weihnachtsgeschenk bevor es vergriffen ist!

 

 

 

 

 

Vorwärts-abwärts oder Dehnungshaltung – für was das alles?

„Ein Pferd in Dehnungshaltung zu reiten, ist eine sichere Methode nachzuprüfen, ob Anlehnung und Rückentätigkeit korrekt sind. Das sollte jederzeit während einer Arbeitsphase abrufbar sein.“ (Carsten Peeters, Dressurreiter bis zur Klasse S in: Rheinlands Reiter und Pferd, 15.10.2011 )

We_love_Pferde_Vorwärts-abwaertsDieses Thema ist nicht neu, aber wir tun gut daran es doch hin und wieder aufzufrischen. In diesem Artikel sollen die unsichtbaren Hintergründe in Verbindung mit der Hilfengebung des Reiters aufgezeigt werden. Anschließend werden die meist verbreitetsten Fehler analysiert und jeweils ein Lösungsansatz angeboten.

Warum helfen wir dem Pferd mit Dehnungsübungen?

Von den basalen Grundlagen her hat das Pferd ein hohes Eigengewicht, das bei einer Fehlhaltung oder Fehlbelastung beim Reiten gravierende Folgen für die Pferdeknochen und Gelenke haben kann.

Beim Reiten wirken dazu zumeist noch Gewicht und Bewegungen des Reiters auf den Bewegungsapparat des Pferdes ein, welche anders als zumeist angenommen nicht von der Rückenmuskulatur getragen werden.

Der lange Rückenmuskel ist von Natur aus nicht für irgendeine Art von Dauerspannung geschaffen, sondern lediglich dafür sich im stetigem Wechsel zu dehnen und wieder zusammenzuziehen. Er wird zur Fortbewegung benötigt und agiert als Verbindung zwischen Vorder- und Hinterhand.

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Aus diesen Gründen muss der Reiter sein Pferd beim Reiten in eine Haltung bringen, in der der Pferderücken ungestört arbeiten kann. In dieser Haltung muss der Rücken des Pferdes aufgewölbt sein, um dem Reitergewicht entgegenzuwirken und gleichzeitig die Muskulatur zu stärken. Um zu einer Aufwölbung des Rückens zu gelangen, wird das Pferd dazu motiviert sein Becken etwas nach hinten zu kippen, dabei tritt es automatisch weiter unter, hält sich besser in Balance, fängt an zu Schwingen und erreicht im optimalen Fall eine vertrauensvolle Losgelassenheit. Hier schlagen wir die Brücke zum Vorwärts-abwärts-reiten.

Was ist das Vorwärts-abwärts-reiten?

Das Vorwärts-abwärts-reiten beschreibt eine Dehnungshaltung in der sich das Pferd vertrauensvoll und motiviert an die Reiterhand nach vorn-unten herandehnen sollte. Das Ziel ist es hierbei einen positiven Spannungsbogen vom Schweif zum Genick zu erhalten, während der Reiter das Pferd mit aktiver Hinterhand und losgelassen vor seinen treibenden Hilfen hat. Aufgrund der großen Anstrengung für das Pferd sind kurze Reprisen zu Beginn und zum Ende der Arbeit, die die Beweglichkeit und das Gleichgewicht schulen, zu empfehlen. Am förderlichsten ist hier das Leichttraben auf dem Zirkel wobei man leicht die Zügel aus der weichen Hand kauen lässt.

Die häufigsten Fehler und ihre Lösungsansätze

Beim Vorwärts-abwärts-reiten können verschiedene Schwierigkeiten auftreten. Diese resultieren zumeist aus einer mangelnden Hinterhandaktivität. Die Hauptlösung liegt primär in den treibenden Schenkelhilfen und keinesfalls in einer starken Reiterhand.

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[unordered_list style=“red-x“]

  • Pferd legt sich beim Vorwärts-abwärts-reiten auf das Gebiss.

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[unordered_list style=“tick“]

  • Das „Auf dem Zügel bzw. Gebiss“ liegen ist ein Symptom mangelnder Hinterhandaktivität und fehlender Losgelassenheit im Rücken. Dazu kommt ein Reiten auf der Vorhand wie die daraus resultierende mangelnde Balance. Aktivieren Sie die Hinterhand!Verbessern Sie die Aufmerksamkeit Ihres Pferdes und die Qualität  Ihre Übungseinheiten durch häufige gezielte Handwechsel, Tempiwechsel und Biegearbeiten.

[/unordered_list]

 

We_love_Pferde_Vorwaerts-abwaerts_fehler_abtauchen[unordered_list style=“red-x“]

  • Das Pferd taucht ab bzw. das Pferd zieht Ihnen die Zügel plötzlich nach unten aus der Hand.

[/unordered_list]

[unordered_list style=“tick“]

  • Wenn Ihnen das Pferd die Zügel plötzlich aus der Hand zieht ist das in Zeichen fehlender Losgelassenheit in Hals und Rücken. Sie sollten daran arbeiten die Hinterhand zu aktivieren und das Pferd zum vermehrten Untertreten zu motivieren. Des Öfteren ist es auch eine Reaktion auf ein zu langes Reiten in der Dehnungshaltung. Die Muskeln des Pferdes sind durch die große Anstrengung erschöpft. Schaffen Sie kürzere Dehnungseinheiten!

[/unordered_list]

 

We love Pferde-Vorwaerts-abwaerts_fehler_eingerollt

[unordered_list style=“red-x“]

  • Das Pferd rollt sich ein, es steht zu eng am Gebiss. Das heißt, es geht hinter dem Zügel, tritt nicht an den Zügel heran und kommt auf die Vorhand.

[/unordered_list]

[unordered_list style=“tick“]

  • Korrigieren Sie Ihre Hand und aktivieren Sie die Hinterhand Ihres Pferdes. Auslöser für ein zu starkes Hinter-die-Senkrechte-kommen kann die Kombination aus fehlender Hinterhandaktivität und zu starker Handeinwirkung des Reiters sein, wobei sich der Bewegungsablauf verlangsamt. Die Lösung ist hier eine weiche, tiefe Reiterhand und treibende Schenkelhilfen, die das Pferd zum aktiven Abfußen motivieren und durch vermehrtes Durchschwingen die Losgelassenheit im Rücken fördern.

[/unordered_list]

 

We_love_Pferde_Vorwaerts-abwaerts_LosagelassenheitWie erkennen Sie die Losgelassenheit Ihres Pferdes?

Losgelassenheit heißt „maximale und motivierte Leistung bei minimalem Kraftaufwand und maximalem Schwung“.

 

 

 

[unordered_list style=“green-dot“]

  • schwungvolle, leichtfüßige, aber kraftvolle Bewegungen
  • ein über die ganze Länge schwingender Rücken
  • müheloses, schwungvolles Untertreten
  • das Pferd geht etwas vor den treibenden Hilfen des Reiters
  • das Pferd hat einen entspannten Unterhals
  • das Pferd ist motiviert und auch innerlich losgelassen
  • vermehrtes Abkauen bei geschlossenem Pferdemaul
  • das Pferd trägt seinen Schweif locker und schwingt ihn ggf. mit
  • es schnaubt zufrieden ab

  • es hat einen zufriedenen Gesichtsausdruck

[/unordered_list]

 

Welche Anzeichen zeigt die korrekte Dehnungshaltung?

[unordered_list style=“arrow“]

  • das Pferd tritt motiviert im Takt
  • es zeigt schwungvolle Bewegungen
  • das Pferd ist im Rücken, in seinen Bewegungen und in seinem Geist losgelassen
  • sein Rücken ist aufgewölbt
  • nach vorn-unten gewölbter Hals (idealerweise ist die Nase auf Buggelenkhöhe)
  • Halsansatz angehoben -> siehe der Artikel „Axthieb“
  • entspannter Unterhals
  • entspanntes Genick

[/unordered_list]

Die Fotos wurden für diesen Artikel nachgestellt.

APO 2014

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Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung 2014 (APO)

 

Wie wir alle wissen ist die APO das Regelwerk des deutschen Pferdesports für Ausbildung und Prüfung. Die neue APO 2014 tritt ab dem 1. Januar 2014 in Kraft.

 

Das Ringbuch, gedruckt im September 2013, umfasst 544 Seiten und wird vom Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) herausgegeben.

 

Was ist neu in der APO 2014?

 

NEUES ABZEICHENSYSTEM – Wir kennen ein Abzeichensystem, was in Motivations- und Leistungsabzeichen eingeteilt wurde.  NEU ist, dass dies jetzt durch ein 10-stufiges System mit Reit-, Voltigier- und Fahrabzeichen ersetzt wurde.

 

Das neue System beginnt mit der Stufe 10. Die Stufen sind in kleinere Ausbildungsschritte gestaffelt, die abgefragt werden. So soll der Reiter durch leichter erreichbare Teilerfolge motiviert und angespornt werden.

 

MENTORENSYSTEME FÜR AUSBILDER – Ausbildern sollen Mentoren zur Seite gestellt werden, die die Ausbilder auf höhere Trainerprüfungen vorbereiten und sie bis zur Prüfung begleiten sollen. Dazu dienen Modullehrgänge und Ergänzungsqualifikationen zu Spezialthemen.

 

VERÄNDERTE ZULASSUNGSBEDINGUNGEN für Trainer und stärkere inhaltliche Unterscheidungen der Trainer C im Leistungs- und im Basissport.

 

NEUORDNUNG DES BERUFES „Pferdewirt“ –  die Neuerungen werden als „Qualitätssicherung einer fachlich fundierten Ausbildung“ beschrieben.

 

EINFACHERE WEGE INS RICHTERAMT – Warum erleichtert die FN diesen Weg? Sie möchte das Richter- oder Parcourchefamt attraktiver machen und näher an die Praxis heranführen.

 

NEUER ANERKENNUNGSZEITRAUM für Prüfer-, Richter- und Parcourcheflizenzen.

 

TECHNISCHE DELEGIERTE, ASISSTENZ VORBEREITUNGSPLATZ für Richter im Breitensport (Reiten, Fahren, Voltigieren)

 

Und weiteres mehr…

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Sichert euch eure APO 2014 jetzt schon, damit es ab Januar 2014 keine Missverständnisse gibt!

 

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Axthieb – Symptom dauerhafter Ausbildungs- und Anlehnungsfehler oder Merkmal blutgeprägter Pferde ?

We love Pferde_Axthieb 6Der „Axthieb“ beschreibt eine V-förmige Einkerbung am Übergang vom Hals zum Widerrist. Die Sichtbarkeit des Axthiebes ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen spielt die Ausrichtung des Halsansatzes, zum anderen die Höhe des Widerristes, die Bemuskelung und dann die Ausprägung der Dornfortsätze eine große Rolle. Zu dem ist die Ausprägung des Axthiebes unter anderem von Pferderasse zu Pferderasse unterschiedlich. So sagt man salopp, dass veredelte, blutgeprägte Rassen eben einen solchen Fehler im Antlitz,  genannt „Exterieurmängel“, besitzen.

We love Pferde_Nicole Kumpf_Axthieb_Collage

Ist diese Aussage wirklich so einfach? Wie kommt es denn dann, dass ein sehr gut ausgebildeter und wohl bemuskelter Araberhengst optisch kaum einen Axthieb aufweist, dieser dafür bei einer Oldenburger Stute umso deutlicher zu sehen ist? Dieser Frage sind wir und auch das Pferdemagazin „Equimondi“ nachgegangen.

Bei der Ausbildung und dem Training spielt die optimale Anlehnung des Pferdes an die korrekten Hilfen des Reiters ein große Rolle.  Wird das Pferd korrekt vorwärts- abwärts geritten, wölbt es seinen Rücken auf und dehnt seine Hals- und Brustwirbelsäule. Dabei entsteht ein Spannungsbogen. Muskeln werden aufgebaut und heben die Einkerbung optisch von unten hoch und strecken sie in die Breite. Bei einem korrekten Training tritt der Axthieb optisch nicht mehr in Erscheinung.

 

Symptom dauerhafter Anlehnungs- und Ausbildungsfehler ?

 

Beginn der Ausbildung.
Beginn der Ausbildung.

Leider glauben immer noch zu viele Reiter, dass ihr Pferd in Anlehnung geht, weil es den Kopf in gewünschter Position hält und die Nüstern vor bzw. hinter der Senkrechten hat. Falsch gedacht! Viele Pferde gehen aus Angst vor Schmerzen, zum Beispiel wegen eines riegelnden Reiters, eines schlecht sitzenden Sattels, eines falsch gewählten Trensengebisses oder eines zu kurz eingeschnallten Hilfszügels wie auch aus Angst vor Schlägen, über eine Schonhaltung den Weg des geringsten Widerstandes. Ute Ochsenbauer schreibt dazu: „Ein Pferd, das zu oft zum Schweigen gebracht wurde, zieht sich in sich zurück, […] es bewegt sich hart und mechanisch, seine natürliche, schwungvolle Anmut ist dahin, auch, wenn es wohlerzogen wirkt […]. Andere wiederum gehen dauerhaft über dem Zügel und werden zu oft durch Schlaufzügel in die gewünschte Kopfhaltung gezwungen. Mit dem Resultat, dass auch sie im Rücken abfallen bzw. ihn wegdrücken.

Nach 4 Wochen.
Nach 4 Wochen.

Zusammenfassend heißt das also, dass diese Pferde über eine starke Reiterhand lediglich auf ihrer Vorderhand geritten werde. Das Pferd drückt den Rücken weg, verliert seinen Schwung und hält sich über seine Unterhalsmuskulatur fest. Diese Pferde neigen dazu sich zu verwerfen oder sich auf dem Zügel abzustützen. Sie zeigen eine geringe bis gar keine Kautätigkeit und einen deutlich sichtbaren Axthieb aufgrund der falschen Bemuskelung ihrer Oberlinie.

Nach 2 Monaten.
Nach 2 Monaten.

Demzufolge kann ein sichtbarer Axthieb als  Symptom eines Pferdes, dass  qualitativ nicht hochwertig trainiert und geritten wird, gedeutet werden. Auch Rassen, die nach Meinung der Mehrheit für diesen Exterieurmängel als prädestiniert gelten, erhalten durch korrektes Training eine optische Verschönerung ihrer Oberlinie, sprich ihres Exterieurs.

Nach 4 Monaten.
Nach 4 Monaten.

Wie in der Bilderfolge zu sehen, kann ein verrittenes bzw. schlecht ausgebildetes Pferd mit viel Geduld und einem ausgewogenen Trainingsplan nachhaltig korrigiert werden. Es kostet Zeit und Mühe, aber es wird sich auf Dauer in der Gesundheit und dem seelischen Gleichgewicht des Pferdes widerspiegeln.

 

1 Jahr später
1 Jahr später

 

Checkliste – Welche Fragen muss ich mir stellen?

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  • Trägt mein Pferd gut sitzendes Zaumzeug?
  • Ist mein Pferd mit seinem Trensengebiss zufrieden?
  • Sitzt mein Sattel optimal oder sollte ich ihn auf die Bedürfnisse meines Pferdes anpassen lassen?
  • Gebe ich meinem Pferd genügend Abwechslung?
  • Weiß ich eigentlich wie ich mein Pferd abwechslungsreich trainieren kann?
  • Nehme ich mir genügend Zeit, um meinem Pferd zuzuhören?
  • Ist mein Pferd mit mir und der Gesamtsituation glücklich?
  • Sollte ich mir einen neuen Reitlehrer suchen?
  • Sollte ich mir doch mal wieder ein paar Unterrichtsstunden gönnen?
  • Bin ich selbst entspannt beim Reiten?

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Einige Tipps zur Verbesserung des Trainings

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  • viel vorwärts-abwärts reiten
  • Abwechslung schaffen durch Geländeritte
  • Longenarbeit
  • Bodenarbeit

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Foto des Arabers by Nicole Kumpf

Fellwechsel -11 Tipps wie Sie Ihrem Pferd den Fellwechsel erleichtern

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Das Sonnenlicht hat einen wärmeren Farbton, die Wälder haben sich verfärbt, das Laub raschelt unter den Hufen unserer Vierbeiner, die Luft riecht frisch und unsere Klamotten und Satteldecken sind bunt von den verschiedenen Haaren unserer Boxennachbarn.

Es ist wieder so weit, das geliebte, seidig-feine Sommerfell unserer Pferde fliegt durch die Stallgasse und über den Putzplatz. Fellwechsel -11 Tipps wie Sie Ihrem Pferd den Fellwechsel erleichtern.

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Wenn die Sonne an Kraft verliert, fängt der Organismus des Pferdes an Höchstleistungen zu vollbringen.  Er benötigt jetzt sehr viel Energie, um die neue Unterwolle und das lange Deckhaar  für die kalte Jahreszeit zu produzieren wie auch ihre Haarstruktur zu verändern. Die Struktur des Winterkleides wird deutlich kräftiger, die Haare werden länger und härter. Während dieser Umstellung wird das Sommerhaar nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und löst sich mit den Wurzeln.

We love Pferde_Fellwechsel

Um das Winterfell aufzubauen hat der Organismus einen höheren Energiebedarf und benötigt gleichzeitig mehr Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Zur Fellproduktion benötigt der Körper neben Vitamin A- und B-Komplexen, Zink, Kupfer und Selen wie auch Aminosäuren und ungesättigte Fettsäuren.

Außerdem wird jedes Pferd circa 6 bis 8 Wochen matt und müde wirken. Das liegt an der schweren Arbeit, die der Organismus verrichtet. Seien Sie sich dessen bewusst, dass der Organismus Ihres Pferdes enorme Leistungen erbring und Ihr Pferd dadurch schlapp wirken kann.

 

 

11 Tipps wie Sie Ihrem Pferd den Fellwechsel erleichtern

 

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  • Zufüttern von speziell auf den Fellwechsel des Pferdes abgestimmten Kräutermischungen
  • Mash
  • Leinsamenprodukte
  • Kieselerde
  • Bierhefe
  • Mineralleckstein
  • Äpfel
  • Karotten
  • Kräftig und ausgiebig putzen, weil den Pferde der Pelz fürchterlich juckt.
  • Auf der Weide können sich Pferde besser auf die Witterungsbedingungen einstellen als in der Box.
  • Seien Sie fair und schalten Sie beim Reiten einen Gang zurück!

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Fotos by Nikole Kumpf  –  zur Bildergalerie