Meredith Michaels-Beerbaum – Keine Angst vor großen Zielen

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„The Impossible Dream (Made possible) – Meredith Michaels wining the olympics on Boston Banker.“ So entschlossen und zielsicher, das für sie Unmögliche zu erreichen, schrieb die damals 11jährige Meredith diesen Satz wie eine Art Mantra auf ein schwarz-weißes Foto der amerikanischen Amazone Hillary Ridland.

Heute schreibt sie selbst Springsport-Geschichte. Sie verbucht unzählige Siege und ist als erste Frau die Nr. 1 der Weltrangliste. Wie sie diese großartigen Erfolge über ihr Können, ihre Philosophie und ihre ganz eigene Methode mit Pferden zu arbeiten geschafft hat, können wir nun nachlesen.

Elmar Pollmann-Schweckhorst zeigt auf 160 Seiten mitfühlend und erlebbar verschiedene Ansätze der Philosophie, der Methode und damit einhergehende wichtige Lebensetappen der erfolgreichsten Springreiterin der Welt. Das Buch „Keine Angst vor großen Zielen – Meredith Michaels-Beerbaums Weg zur Nr.1: Ihr Leben – Ihre Methode – Ihre Philosophie“ ist ein großartiges Porträt einer anmutigen, zierlichen Person mit einem riesigen Herz und einem enormen positiven Glauben in die Beziehungen zu ihren Pferden.

Aus: Keine Angst vor großen Zielen, S. 146.
Aus: Keine Angst vor großen Zielen, S. 146.

Dieses, vom FN Verlag herausgegebene, Buch ist ein Muss für Meredith-Fans und Menschen die sich für Merediths ganz eigene und überaus erfolgreiche Interpretation des Horsemanships interessieren.

Ein hervorragendes Buch zum Verschenken und zum selbst Behalten!

 

 

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Vorwärts-abwärts oder Dehnungshaltung – für was das alles?

„Ein Pferd in Dehnungshaltung zu reiten, ist eine sichere Methode nachzuprüfen, ob Anlehnung und Rückentätigkeit korrekt sind. Das sollte jederzeit während einer Arbeitsphase abrufbar sein.“ (Carsten Peeters, Dressurreiter bis zur Klasse S in: Rheinlands Reiter und Pferd, 15.10.2011 )

We_love_Pferde_Vorwärts-abwaertsDieses Thema ist nicht neu, aber wir tun gut daran es doch hin und wieder aufzufrischen. In diesem Artikel sollen die unsichtbaren Hintergründe in Verbindung mit der Hilfengebung des Reiters aufgezeigt werden. Anschließend werden die meist verbreitetsten Fehler analysiert und jeweils ein Lösungsansatz angeboten.

Warum helfen wir dem Pferd mit Dehnungsübungen?

Von den basalen Grundlagen her hat das Pferd ein hohes Eigengewicht, das bei einer Fehlhaltung oder Fehlbelastung beim Reiten gravierende Folgen für die Pferdeknochen und Gelenke haben kann.

Beim Reiten wirken dazu zumeist noch Gewicht und Bewegungen des Reiters auf den Bewegungsapparat des Pferdes ein, welche anders als zumeist angenommen nicht von der Rückenmuskulatur getragen werden.

Der lange Rückenmuskel ist von Natur aus nicht für irgendeine Art von Dauerspannung geschaffen, sondern lediglich dafür sich im stetigem Wechsel zu dehnen und wieder zusammenzuziehen. Er wird zur Fortbewegung benötigt und agiert als Verbindung zwischen Vorder- und Hinterhand.

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Aus diesen Gründen muss der Reiter sein Pferd beim Reiten in eine Haltung bringen, in der der Pferderücken ungestört arbeiten kann. In dieser Haltung muss der Rücken des Pferdes aufgewölbt sein, um dem Reitergewicht entgegenzuwirken und gleichzeitig die Muskulatur zu stärken. Um zu einer Aufwölbung des Rückens zu gelangen, wird das Pferd dazu motiviert sein Becken etwas nach hinten zu kippen, dabei tritt es automatisch weiter unter, hält sich besser in Balance, fängt an zu Schwingen und erreicht im optimalen Fall eine vertrauensvolle Losgelassenheit. Hier schlagen wir die Brücke zum Vorwärts-abwärts-reiten.

Was ist das Vorwärts-abwärts-reiten?

Das Vorwärts-abwärts-reiten beschreibt eine Dehnungshaltung in der sich das Pferd vertrauensvoll und motiviert an die Reiterhand nach vorn-unten herandehnen sollte. Das Ziel ist es hierbei einen positiven Spannungsbogen vom Schweif zum Genick zu erhalten, während der Reiter das Pferd mit aktiver Hinterhand und losgelassen vor seinen treibenden Hilfen hat. Aufgrund der großen Anstrengung für das Pferd sind kurze Reprisen zu Beginn und zum Ende der Arbeit, die die Beweglichkeit und das Gleichgewicht schulen, zu empfehlen. Am förderlichsten ist hier das Leichttraben auf dem Zirkel wobei man leicht die Zügel aus der weichen Hand kauen lässt.

Die häufigsten Fehler und ihre Lösungsansätze

Beim Vorwärts-abwärts-reiten können verschiedene Schwierigkeiten auftreten. Diese resultieren zumeist aus einer mangelnden Hinterhandaktivität. Die Hauptlösung liegt primär in den treibenden Schenkelhilfen und keinesfalls in einer starken Reiterhand.

We love Pferde_Vorwaerts-Abwaerts_fehler zu tief

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  • Pferd legt sich beim Vorwärts-abwärts-reiten auf das Gebiss.

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  • Das „Auf dem Zügel bzw. Gebiss“ liegen ist ein Symptom mangelnder Hinterhandaktivität und fehlender Losgelassenheit im Rücken. Dazu kommt ein Reiten auf der Vorhand wie die daraus resultierende mangelnde Balance. Aktivieren Sie die Hinterhand!Verbessern Sie die Aufmerksamkeit Ihres Pferdes und die Qualität  Ihre Übungseinheiten durch häufige gezielte Handwechsel, Tempiwechsel und Biegearbeiten.

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  • Das Pferd taucht ab bzw. das Pferd zieht Ihnen die Zügel plötzlich nach unten aus der Hand.

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  • Wenn Ihnen das Pferd die Zügel plötzlich aus der Hand zieht ist das in Zeichen fehlender Losgelassenheit in Hals und Rücken. Sie sollten daran arbeiten die Hinterhand zu aktivieren und das Pferd zum vermehrten Untertreten zu motivieren. Des Öfteren ist es auch eine Reaktion auf ein zu langes Reiten in der Dehnungshaltung. Die Muskeln des Pferdes sind durch die große Anstrengung erschöpft. Schaffen Sie kürzere Dehnungseinheiten!

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We love Pferde-Vorwaerts-abwaerts_fehler_eingerollt

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  • Das Pferd rollt sich ein, es steht zu eng am Gebiss. Das heißt, es geht hinter dem Zügel, tritt nicht an den Zügel heran und kommt auf die Vorhand.

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  • Korrigieren Sie Ihre Hand und aktivieren Sie die Hinterhand Ihres Pferdes. Auslöser für ein zu starkes Hinter-die-Senkrechte-kommen kann die Kombination aus fehlender Hinterhandaktivität und zu starker Handeinwirkung des Reiters sein, wobei sich der Bewegungsablauf verlangsamt. Die Lösung ist hier eine weiche, tiefe Reiterhand und treibende Schenkelhilfen, die das Pferd zum aktiven Abfußen motivieren und durch vermehrtes Durchschwingen die Losgelassenheit im Rücken fördern.

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We_love_Pferde_Vorwaerts-abwaerts_LosagelassenheitWie erkennen Sie die Losgelassenheit Ihres Pferdes?

Losgelassenheit heißt „maximale und motivierte Leistung bei minimalem Kraftaufwand und maximalem Schwung“.

 

 

 

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  • schwungvolle, leichtfüßige, aber kraftvolle Bewegungen
  • ein über die ganze Länge schwingender Rücken
  • müheloses, schwungvolles Untertreten
  • das Pferd geht etwas vor den treibenden Hilfen des Reiters
  • das Pferd hat einen entspannten Unterhals
  • das Pferd ist motiviert und auch innerlich losgelassen
  • vermehrtes Abkauen bei geschlossenem Pferdemaul
  • das Pferd trägt seinen Schweif locker und schwingt ihn ggf. mit
  • es schnaubt zufrieden ab

  • es hat einen zufriedenen Gesichtsausdruck

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Welche Anzeichen zeigt die korrekte Dehnungshaltung?

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  • das Pferd tritt motiviert im Takt
  • es zeigt schwungvolle Bewegungen
  • das Pferd ist im Rücken, in seinen Bewegungen und in seinem Geist losgelassen
  • sein Rücken ist aufgewölbt
  • nach vorn-unten gewölbter Hals (idealerweise ist die Nase auf Buggelenkhöhe)
  • Halsansatz angehoben -> siehe der Artikel „Axthieb“
  • entspannter Unterhals
  • entspanntes Genick

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Die Fotos wurden für diesen Artikel nachgestellt.

APO 2014

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Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung 2014 (APO)

 

Wie wir alle wissen ist die APO das Regelwerk des deutschen Pferdesports für Ausbildung und Prüfung. Die neue APO 2014 tritt ab dem 1. Januar 2014 in Kraft.

 

Das Ringbuch, gedruckt im September 2013, umfasst 544 Seiten und wird vom Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) herausgegeben.

 

Was ist neu in der APO 2014?

 

NEUES ABZEICHENSYSTEM – Wir kennen ein Abzeichensystem, was in Motivations- und Leistungsabzeichen eingeteilt wurde.  NEU ist, dass dies jetzt durch ein 10-stufiges System mit Reit-, Voltigier- und Fahrabzeichen ersetzt wurde.

 

Das neue System beginnt mit der Stufe 10. Die Stufen sind in kleinere Ausbildungsschritte gestaffelt, die abgefragt werden. So soll der Reiter durch leichter erreichbare Teilerfolge motiviert und angespornt werden.

 

MENTORENSYSTEME FÜR AUSBILDER – Ausbildern sollen Mentoren zur Seite gestellt werden, die die Ausbilder auf höhere Trainerprüfungen vorbereiten und sie bis zur Prüfung begleiten sollen. Dazu dienen Modullehrgänge und Ergänzungsqualifikationen zu Spezialthemen.

 

VERÄNDERTE ZULASSUNGSBEDINGUNGEN für Trainer und stärkere inhaltliche Unterscheidungen der Trainer C im Leistungs- und im Basissport.

 

NEUORDNUNG DES BERUFES „Pferdewirt“ –  die Neuerungen werden als „Qualitätssicherung einer fachlich fundierten Ausbildung“ beschrieben.

 

EINFACHERE WEGE INS RICHTERAMT – Warum erleichtert die FN diesen Weg? Sie möchte das Richter- oder Parcourchefamt attraktiver machen und näher an die Praxis heranführen.

 

NEUER ANERKENNUNGSZEITRAUM für Prüfer-, Richter- und Parcourcheflizenzen.

 

TECHNISCHE DELEGIERTE, ASISSTENZ VORBEREITUNGSPLATZ für Richter im Breitensport (Reiten, Fahren, Voltigieren)

 

Und weiteres mehr…

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Axthieb – Symptom dauerhafter Ausbildungs- und Anlehnungsfehler oder Merkmal blutgeprägter Pferde ?

We love Pferde_Axthieb 6Der „Axthieb“ beschreibt eine V-förmige Einkerbung am Übergang vom Hals zum Widerrist. Die Sichtbarkeit des Axthiebes ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen spielt die Ausrichtung des Halsansatzes, zum anderen die Höhe des Widerristes, die Bemuskelung und dann die Ausprägung der Dornfortsätze eine große Rolle. Zu dem ist die Ausprägung des Axthiebes unter anderem von Pferderasse zu Pferderasse unterschiedlich. So sagt man salopp, dass veredelte, blutgeprägte Rassen eben einen solchen Fehler im Antlitz,  genannt „Exterieurmängel“, besitzen.

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Ist diese Aussage wirklich so einfach? Wie kommt es denn dann, dass ein sehr gut ausgebildeter und wohl bemuskelter Araberhengst optisch kaum einen Axthieb aufweist, dieser dafür bei einer Oldenburger Stute umso deutlicher zu sehen ist? Dieser Frage sind wir und auch das Pferdemagazin „Equimondi“ nachgegangen.

Bei der Ausbildung und dem Training spielt die optimale Anlehnung des Pferdes an die korrekten Hilfen des Reiters ein große Rolle.  Wird das Pferd korrekt vorwärts- abwärts geritten, wölbt es seinen Rücken auf und dehnt seine Hals- und Brustwirbelsäule. Dabei entsteht ein Spannungsbogen. Muskeln werden aufgebaut und heben die Einkerbung optisch von unten hoch und strecken sie in die Breite. Bei einem korrekten Training tritt der Axthieb optisch nicht mehr in Erscheinung.

 

Symptom dauerhafter Anlehnungs- und Ausbildungsfehler ?

 

Beginn der Ausbildung.
Beginn der Ausbildung.

Leider glauben immer noch zu viele Reiter, dass ihr Pferd in Anlehnung geht, weil es den Kopf in gewünschter Position hält und die Nüstern vor bzw. hinter der Senkrechten hat. Falsch gedacht! Viele Pferde gehen aus Angst vor Schmerzen, zum Beispiel wegen eines riegelnden Reiters, eines schlecht sitzenden Sattels, eines falsch gewählten Trensengebisses oder eines zu kurz eingeschnallten Hilfszügels wie auch aus Angst vor Schlägen, über eine Schonhaltung den Weg des geringsten Widerstandes. Ute Ochsenbauer schreibt dazu: „Ein Pferd, das zu oft zum Schweigen gebracht wurde, zieht sich in sich zurück, […] es bewegt sich hart und mechanisch, seine natürliche, schwungvolle Anmut ist dahin, auch, wenn es wohlerzogen wirkt […]. Andere wiederum gehen dauerhaft über dem Zügel und werden zu oft durch Schlaufzügel in die gewünschte Kopfhaltung gezwungen. Mit dem Resultat, dass auch sie im Rücken abfallen bzw. ihn wegdrücken.

Nach 4 Wochen.
Nach 4 Wochen.

Zusammenfassend heißt das also, dass diese Pferde über eine starke Reiterhand lediglich auf ihrer Vorderhand geritten werde. Das Pferd drückt den Rücken weg, verliert seinen Schwung und hält sich über seine Unterhalsmuskulatur fest. Diese Pferde neigen dazu sich zu verwerfen oder sich auf dem Zügel abzustützen. Sie zeigen eine geringe bis gar keine Kautätigkeit und einen deutlich sichtbaren Axthieb aufgrund der falschen Bemuskelung ihrer Oberlinie.

Nach 2 Monaten.
Nach 2 Monaten.

Demzufolge kann ein sichtbarer Axthieb als  Symptom eines Pferdes, dass  qualitativ nicht hochwertig trainiert und geritten wird, gedeutet werden. Auch Rassen, die nach Meinung der Mehrheit für diesen Exterieurmängel als prädestiniert gelten, erhalten durch korrektes Training eine optische Verschönerung ihrer Oberlinie, sprich ihres Exterieurs.

Nach 4 Monaten.
Nach 4 Monaten.

Wie in der Bilderfolge zu sehen, kann ein verrittenes bzw. schlecht ausgebildetes Pferd mit viel Geduld und einem ausgewogenen Trainingsplan nachhaltig korrigiert werden. Es kostet Zeit und Mühe, aber es wird sich auf Dauer in der Gesundheit und dem seelischen Gleichgewicht des Pferdes widerspiegeln.

 

1 Jahr später
1 Jahr später

 

Checkliste – Welche Fragen muss ich mir stellen?

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  • Trägt mein Pferd gut sitzendes Zaumzeug?
  • Ist mein Pferd mit seinem Trensengebiss zufrieden?
  • Sitzt mein Sattel optimal oder sollte ich ihn auf die Bedürfnisse meines Pferdes anpassen lassen?
  • Gebe ich meinem Pferd genügend Abwechslung?
  • Weiß ich eigentlich wie ich mein Pferd abwechslungsreich trainieren kann?
  • Nehme ich mir genügend Zeit, um meinem Pferd zuzuhören?
  • Ist mein Pferd mit mir und der Gesamtsituation glücklich?
  • Sollte ich mir einen neuen Reitlehrer suchen?
  • Sollte ich mir doch mal wieder ein paar Unterrichtsstunden gönnen?
  • Bin ich selbst entspannt beim Reiten?

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Einige Tipps zur Verbesserung des Trainings

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  • viel vorwärts-abwärts reiten
  • Abwechslung schaffen durch Geländeritte
  • Longenarbeit
  • Bodenarbeit

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Foto des Arabers by Nicole Kumpf