Anlehnung

Was ist Anlehnung?

Die Anlehnung ist die ständige, weiche Verbindung zwischen der Hand des Reiters und dem Pferdemaul. Die richtige Anlehnung kommt nur dann zustande, wenn das Pferd sich die Anlehnung selbst sucht. Gefunden hat das Pferd die optimale Anlehnung, wenn es das Genick nachgibt, den Hals nach vorn-unten dehnt, das Gebiss annimmt und eine konstante, weiche Zügelverbindung entstehen lässt. In dieser feinen Anlehnung darf das Pferd nicht im Maul gestört werden, es steht fein am Zügel.

Zeichen erkennen

Der Indikator für ein optimal gerittenes Pferdes ist sein beginnendes Schäumen. Bei feiner Anlehnung entsteht ein leichter Druck auf die Laden. Damit werden, ähnlich wie beim Fressen, die Ohrenspeicheldrüsen angeregt. Bei harter Zügelführung werden die Ganaschen nicht frei, somit verweigern die Drüsen ihre Arbeit und das Pferdemaul bleibt schaumlos. Die Ausnahme sind hierbei jedoch junge Pferde. Sie sind noch so sehr damit beschäftigt nach einer für sie optimalen Anlehnung zu suchen, dass sie noch nicht abkauen können.

„An den Zügel kommen“

Umgangssprachlich wird die Anlehnung als ein „an den Zügel kommen“ ausgedrückt. Der Reiter erreicht eine optimale Anlehnung durch sanfte treibende Hilfen im Zusammenspiel mit leichtem Annehmen und Nachgeben der Zügelhände. Dieses Agieren sollte jedoch nur kurzfristig sein, weil sonst bei einer starken, anhaltenden Anlehnung das Pferdemaul „hart“ wird. An dieser Stelle sei zu dem dringend vom „Riegeln“ im Pferdemaul abgeraten. Es führt dazu, dass das Pferd zwar vor dem Schmerz im Maul den Kopf runter nimmt, aber durch seine Flucht vor dem Gebiss im Genick verhärtet und den Rücken dabei wegdrückt. Tackt und Losgelassenheit gehen verloren und das Hinterbein kann nicht mehr energisch untertreten.

Anlehnung 1 _Fotor

 

Am Zügel: Hier ist der Idealfall dargestellt. Stirn und Nase des Pferdes bilden eine Senkrechte. Die Nase kann leicht vor der Mittelsenkrechten stehen, wobei das Genick des Pferdes der höchste Punkt ist. Der obere Halsmuskel des Pferdes tritt sichtbar heraus wenn der Hals des Pferdes aufgewölbt ist. Der Zügel hält eine feine Verbindung zum Pferdemaul.

 

 

 

4 Anlehnungsfehler

Anlehnung 2_FotorÜber dem Zügel: Stirn und Nase bilden keine Senkrechte. Das Pferd geht über den Zügel und währt sich gegen ihn. Pferde, die häufig so gehen haben eine deutlich sichtbare Unterhals- muskulatur. Das ist ein Zeichen, dass sich das Pferd im Rücken fest macht und nicht über ihn tritt. Das Pferd hat keine Anlehnung und ist nicht losgelassen. Die häufigsten Ursachen dafür ist das mangelnde feinfühlige Zusammenspiel der reiterlichen Hilfen. Das Pferd entzieht sich einer zu starken Hand oder weil der Reiter selbst nicht in der Lage ist eindeutige und abgestimmte Hilfen zu geben.

 

Anlehnung 3 neu_Fotor

Auf dem Zügel oder Sperren: Das Pferd stützt das Gewicht seines Kopfes mit offenem Maul auf der Reiterhand ab. Es entsteht ein starker Zug auf den Zügeln, der eine feine Hand des Reiters in dieser Situation unmöglich macht. Die einzige Möglichkeit das Pferd an die Hand zu bekommen ist nun, ihm seine Stütze zu entziehen. Das Pferd muss energischer, aber nicht schneller, getrieben werden. Ein konsequentes Vorwärts-Abwärtsreiten ermöglicht Stück für Stück das Wiederherstellen einer feinen Verbindung. Keine Ziehkämpfe – Stütze entziehen!

 

Anlehnung 4 neu_Fotor

Hinter dem Zügel: Das Pferd versteckt sich hinter dem Zügel, wenn es sehr feinfühlig ist und ein starker Zug auf die Zügel kommt bzw. der Reiter eine harte Hand hat und von hinten zu wenig entgegen treibt. Das Pferd zieht den Hals zusammen und drückt den Rücken weg, Tackt und Hinterhand gehen verloren. Hier ist ein frisches Vorwärts-Abwärtsreiten erforderlich, um die Losgelassenheit und das Suchen nach Anlehnung wiederherzustellen. Diesen Fehler immer sofort korrigieren, weil sich längerfristig das Nackenband entzünden kann.

 

Anlehnung 5_FotorEingerollt oder falscher Knick: Das Genick bildet bei beiden Varianten nicht den höchsten Punkt. Eingerollt kann das Pferd bei einer sehr feinen Hand noch schwingen, beim falschen Knick drückt es den Rücken jedoch weg. Um diese Anlehnungsfehler zu korrigieren benötigt man es sehr viel Geduld und eine weiche Zügelverbindung. Das Hinterbein muss zum Untertreten animiert werden, um eine Losgelassenheit im Rücken zu erzeugen. Die Grundlage ist eine kontrollierte Versammlung mit weicher Hand, in der das Pferd vorwärts-abwärts geritten wird.

 

 

 

 

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