Axthieb – Symptom dauerhafter Ausbildungs- und Anlehnungsfehler oder Merkmal blutgeprägter Pferde ?

We love Pferde_Axthieb 6Der „Axthieb“ beschreibt eine V-förmige Einkerbung am Übergang vom Hals zum Widerrist. Die Sichtbarkeit des Axthiebes ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen spielt die Ausrichtung des Halsansatzes, zum anderen die Höhe des Widerristes, die Bemuskelung und dann die Ausprägung der Dornfortsätze eine große Rolle. Zu dem ist die Ausprägung des Axthiebes unter anderem von Pferderasse zu Pferderasse unterschiedlich. So sagt man salopp, dass veredelte, blutgeprägte Rassen eben einen solchen Fehler im Antlitz,  genannt „Exterieurmängel“, besitzen.

We love Pferde_Nicole Kumpf_Axthieb_Collage

Ist diese Aussage wirklich so einfach? Wie kommt es denn dann, dass ein sehr gut ausgebildeter und wohl bemuskelter Araberhengst optisch kaum einen Axthieb aufweist, dieser dafür bei einer Oldenburger Stute umso deutlicher zu sehen ist? Dieser Frage sind wir und auch das Pferdemagazin „Equimondi“ nachgegangen.

Bei der Ausbildung und dem Training spielt die optimale Anlehnung des Pferdes an die korrekten Hilfen des Reiters ein große Rolle.  Wird das Pferd korrekt vorwärts- abwärts geritten, wölbt es seinen Rücken auf und dehnt seine Hals- und Brustwirbelsäule. Dabei entsteht ein Spannungsbogen. Muskeln werden aufgebaut und heben die Einkerbung optisch von unten hoch und strecken sie in die Breite. Bei einem korrekten Training tritt der Axthieb optisch nicht mehr in Erscheinung.

 

Symptom dauerhafter Anlehnungs- und Ausbildungsfehler ?

 

Beginn der Ausbildung.
Beginn der Ausbildung.

Leider glauben immer noch zu viele Reiter, dass ihr Pferd in Anlehnung geht, weil es den Kopf in gewünschter Position hält und die Nüstern vor bzw. hinter der Senkrechten hat. Falsch gedacht! Viele Pferde gehen aus Angst vor Schmerzen, zum Beispiel wegen eines riegelnden Reiters, eines schlecht sitzenden Sattels, eines falsch gewählten Trensengebisses oder eines zu kurz eingeschnallten Hilfszügels wie auch aus Angst vor Schlägen, über eine Schonhaltung den Weg des geringsten Widerstandes. Ute Ochsenbauer schreibt dazu: „Ein Pferd, das zu oft zum Schweigen gebracht wurde, zieht sich in sich zurück, […] es bewegt sich hart und mechanisch, seine natürliche, schwungvolle Anmut ist dahin, auch, wenn es wohlerzogen wirkt […]. Andere wiederum gehen dauerhaft über dem Zügel und werden zu oft durch Schlaufzügel in die gewünschte Kopfhaltung gezwungen. Mit dem Resultat, dass auch sie im Rücken abfallen bzw. ihn wegdrücken.

Nach 4 Wochen.
Nach 4 Wochen.

Zusammenfassend heißt das also, dass diese Pferde über eine starke Reiterhand lediglich auf ihrer Vorderhand geritten werde. Das Pferd drückt den Rücken weg, verliert seinen Schwung und hält sich über seine Unterhalsmuskulatur fest. Diese Pferde neigen dazu sich zu verwerfen oder sich auf dem Zügel abzustützen. Sie zeigen eine geringe bis gar keine Kautätigkeit und einen deutlich sichtbaren Axthieb aufgrund der falschen Bemuskelung ihrer Oberlinie.

Nach 2 Monaten.
Nach 2 Monaten.

Demzufolge kann ein sichtbarer Axthieb als  Symptom eines Pferdes, dass  qualitativ nicht hochwertig trainiert und geritten wird, gedeutet werden. Auch Rassen, die nach Meinung der Mehrheit für diesen Exterieurmängel als prädestiniert gelten, erhalten durch korrektes Training eine optische Verschönerung ihrer Oberlinie, sprich ihres Exterieurs.

Nach 4 Monaten.
Nach 4 Monaten.

Wie in der Bilderfolge zu sehen, kann ein verrittenes bzw. schlecht ausgebildetes Pferd mit viel Geduld und einem ausgewogenen Trainingsplan nachhaltig korrigiert werden. Es kostet Zeit und Mühe, aber es wird sich auf Dauer in der Gesundheit und dem seelischen Gleichgewicht des Pferdes widerspiegeln.

 

1 Jahr später
1 Jahr später

 

Checkliste – Welche Fragen muss ich mir stellen?

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  • Trägt mein Pferd gut sitzendes Zaumzeug?
  • Ist mein Pferd mit seinem Trensengebiss zufrieden?
  • Sitzt mein Sattel optimal oder sollte ich ihn auf die Bedürfnisse meines Pferdes anpassen lassen?
  • Gebe ich meinem Pferd genügend Abwechslung?
  • Weiß ich eigentlich wie ich mein Pferd abwechslungsreich trainieren kann?
  • Nehme ich mir genügend Zeit, um meinem Pferd zuzuhören?
  • Ist mein Pferd mit mir und der Gesamtsituation glücklich?
  • Sollte ich mir einen neuen Reitlehrer suchen?
  • Sollte ich mir doch mal wieder ein paar Unterrichtsstunden gönnen?
  • Bin ich selbst entspannt beim Reiten?

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Einige Tipps zur Verbesserung des Trainings

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  • viel vorwärts-abwärts reiten
  • Abwechslung schaffen durch Geländeritte
  • Longenarbeit
  • Bodenarbeit

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Foto des Arabers by Nicole Kumpf

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