Dressurlehrgang mit Marian Iven

Die Vorbereitungen für die grüne Saison laufen – Marian Iven gibt erfolgreich 2. Dressurlehrgang in Berlin

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Berlin/Ahrensfelde. Ein anstrengendes, aber wunderschönes und lehrreiches Wochenende ist erfolgreich zu Ende gegangen. Schon zum zweiten Mal stand auf der Reitanlage Hermannshof in Ahrensfelde in diesem Jahr ein ganzes Wochenende ganz im Zeichen der dressurmäßigen Ausbildung von Reiter und Pferd. Der zweitägige Dressurlehrgang wurde von den Gastgebern Sebastian Winter und Peggy Groke organisiert und von dem Dressurreiter, Trainer und Richteranwärter Marian Iven durchgeführt.

We-love-Pferde-Dressurlehrgang mit Marian Iven

Nach seinem erfolgreichen Auftakt im Februar 2014 wiederholte Marian Iven aufgrund reger Nachfrage seinen Dressurlehrgang am vergangenen Wochenende. Schon nach wenigen Tagen waren die insgesamt 15 Lehrgangsplätze komplett ausgebucht. Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeder Altersstufe und jedes Ausbildungsstandes versuchten motiviert und wissbegierig Marian Ivens Tipps umzusetzen.

Iven selbst war überaus positiv überrascht: „Ich war so positiv über die Arbeitsmotivation auf dem Pferd überrascht. Alle Teilnehmer aus jeder Altersklasse haben die komplette Unterrichtseinheit best möglich genutzt und, wie ich finde, alle Vorschläge mit Erfolg umgesetzt. Großes Lob von meiner Seite an alle Teilnehmer beider Lehrgänge, aber besonders an eine 70jährige Reiterin, die mit Spaß und Freude Ehrgeiz bewiesen hat und zeigte, dass das Reiten auch im hohen Alter fit hält und Freude bereitet. Nicht zu vergessen die Gastgeber, die durch ihre reibungslose Organisation eine nette, familiäre Atmosphäre geschaffen hatten. Sehr gern wieder!“

Dressurlehrgang 2

Als Trainer und Richteranwärter liegt Marian Ivens Hauptaugenmerk während der Trainingseinheit in erster Linie darin, den Reiter zu schulen sein Pferd schneller in die Losgelassenheit und Durchlässigkeit zu bringen. Die Pferde sollen zufrieden an den  Hilfen des Reiters stehen. Er vertritt die Meinung, dass „man nur mit einem losgelassenen Pferd sauber gerittene Lektionen erarbeiten kann“. Angefangen bei der Verbesserung der Grundgangarten bis hin zu Lektionen der Klasse E- M, Marian Iven bot den Teilnehmern gute Unterstützung und bescherte dem einen oder anderen ein  „Aha-Erlebnis“.

Teilnehmerin Viola ist begeistert: „Anfangs fand ich den Gedanken am Dressurlehrgang teilzunehmen befremdlich. Ich hatte Angst mich zu blamieren. Aber als die Teilnehmer des vergangenen Lehrgangs gar nicht mehr aus dem Schwärmen herauskamen, fasste ich meinen Mut zusammen und meldete mich an. Marian hat eine tolle, bildhafte Art die Hilfengebung zu vermitteln, sah sofort unsere Schwachpunkte, die er mit hilfreichen Tipps anpackte und erzeugte damit bei mir einen „Aha-Effekt“. Wir wurden mit einem rund gehenden, zufrieden abschnaubenden Pferd und einer glücklichen Reiterin belohnt!  Was will man mehr!?  Vielen Dank, Marian – wir kommen wieder!“.

Fotos von oben by Claudia Saß/Karsten Trefflich, N. Harms Fotografie, Blautexte.de

Vorwärts-abwärts oder Dehnungshaltung – für was das alles?

„Ein Pferd in Dehnungshaltung zu reiten, ist eine sichere Methode nachzuprüfen, ob Anlehnung und Rückentätigkeit korrekt sind. Das sollte jederzeit während einer Arbeitsphase abrufbar sein.“ (Carsten Peeters, Dressurreiter bis zur Klasse S in: Rheinlands Reiter und Pferd, 15.10.2011 )

We_love_Pferde_Vorwärts-abwaertsDieses Thema ist nicht neu, aber wir tun gut daran es doch hin und wieder aufzufrischen. In diesem Artikel sollen die unsichtbaren Hintergründe in Verbindung mit der Hilfengebung des Reiters aufgezeigt werden. Anschließend werden die meist verbreitetsten Fehler analysiert und jeweils ein Lösungsansatz angeboten.

Warum helfen wir dem Pferd mit Dehnungsübungen?

Von den basalen Grundlagen her hat das Pferd ein hohes Eigengewicht, das bei einer Fehlhaltung oder Fehlbelastung beim Reiten gravierende Folgen für die Pferdeknochen und Gelenke haben kann.

Beim Reiten wirken dazu zumeist noch Gewicht und Bewegungen des Reiters auf den Bewegungsapparat des Pferdes ein, welche anders als zumeist angenommen nicht von der Rückenmuskulatur getragen werden.

Der lange Rückenmuskel ist von Natur aus nicht für irgendeine Art von Dauerspannung geschaffen, sondern lediglich dafür sich im stetigem Wechsel zu dehnen und wieder zusammenzuziehen. Er wird zur Fortbewegung benötigt und agiert als Verbindung zwischen Vorder- und Hinterhand.

We love Pferde_Vorwaerts-abwaerts

Aus diesen Gründen muss der Reiter sein Pferd beim Reiten in eine Haltung bringen, in der der Pferderücken ungestört arbeiten kann. In dieser Haltung muss der Rücken des Pferdes aufgewölbt sein, um dem Reitergewicht entgegenzuwirken und gleichzeitig die Muskulatur zu stärken. Um zu einer Aufwölbung des Rückens zu gelangen, wird das Pferd dazu motiviert sein Becken etwas nach hinten zu kippen, dabei tritt es automatisch weiter unter, hält sich besser in Balance, fängt an zu Schwingen und erreicht im optimalen Fall eine vertrauensvolle Losgelassenheit. Hier schlagen wir die Brücke zum Vorwärts-abwärts-reiten.

Was ist das Vorwärts-abwärts-reiten?

Das Vorwärts-abwärts-reiten beschreibt eine Dehnungshaltung in der sich das Pferd vertrauensvoll und motiviert an die Reiterhand nach vorn-unten herandehnen sollte. Das Ziel ist es hierbei einen positiven Spannungsbogen vom Schweif zum Genick zu erhalten, während der Reiter das Pferd mit aktiver Hinterhand und losgelassen vor seinen treibenden Hilfen hat. Aufgrund der großen Anstrengung für das Pferd sind kurze Reprisen zu Beginn und zum Ende der Arbeit, die die Beweglichkeit und das Gleichgewicht schulen, zu empfehlen. Am förderlichsten ist hier das Leichttraben auf dem Zirkel wobei man leicht die Zügel aus der weichen Hand kauen lässt.

Die häufigsten Fehler und ihre Lösungsansätze

Beim Vorwärts-abwärts-reiten können verschiedene Schwierigkeiten auftreten. Diese resultieren zumeist aus einer mangelnden Hinterhandaktivität. Die Hauptlösung liegt primär in den treibenden Schenkelhilfen und keinesfalls in einer starken Reiterhand.

We love Pferde_Vorwaerts-Abwaerts_fehler zu tief

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  • Pferd legt sich beim Vorwärts-abwärts-reiten auf das Gebiss.

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  • Das „Auf dem Zügel bzw. Gebiss“ liegen ist ein Symptom mangelnder Hinterhandaktivität und fehlender Losgelassenheit im Rücken. Dazu kommt ein Reiten auf der Vorhand wie die daraus resultierende mangelnde Balance. Aktivieren Sie die Hinterhand!Verbessern Sie die Aufmerksamkeit Ihres Pferdes und die Qualität  Ihre Übungseinheiten durch häufige gezielte Handwechsel, Tempiwechsel und Biegearbeiten.

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We_love_Pferde_Vorwaerts-abwaerts_fehler_abtauchen[unordered_list style=“red-x“]

  • Das Pferd taucht ab bzw. das Pferd zieht Ihnen die Zügel plötzlich nach unten aus der Hand.

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  • Wenn Ihnen das Pferd die Zügel plötzlich aus der Hand zieht ist das in Zeichen fehlender Losgelassenheit in Hals und Rücken. Sie sollten daran arbeiten die Hinterhand zu aktivieren und das Pferd zum vermehrten Untertreten zu motivieren. Des Öfteren ist es auch eine Reaktion auf ein zu langes Reiten in der Dehnungshaltung. Die Muskeln des Pferdes sind durch die große Anstrengung erschöpft. Schaffen Sie kürzere Dehnungseinheiten!

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We love Pferde-Vorwaerts-abwaerts_fehler_eingerollt

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  • Das Pferd rollt sich ein, es steht zu eng am Gebiss. Das heißt, es geht hinter dem Zügel, tritt nicht an den Zügel heran und kommt auf die Vorhand.

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  • Korrigieren Sie Ihre Hand und aktivieren Sie die Hinterhand Ihres Pferdes. Auslöser für ein zu starkes Hinter-die-Senkrechte-kommen kann die Kombination aus fehlender Hinterhandaktivität und zu starker Handeinwirkung des Reiters sein, wobei sich der Bewegungsablauf verlangsamt. Die Lösung ist hier eine weiche, tiefe Reiterhand und treibende Schenkelhilfen, die das Pferd zum aktiven Abfußen motivieren und durch vermehrtes Durchschwingen die Losgelassenheit im Rücken fördern.

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We_love_Pferde_Vorwaerts-abwaerts_LosagelassenheitWie erkennen Sie die Losgelassenheit Ihres Pferdes?

Losgelassenheit heißt „maximale und motivierte Leistung bei minimalem Kraftaufwand und maximalem Schwung“.

 

 

 

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  • schwungvolle, leichtfüßige, aber kraftvolle Bewegungen
  • ein über die ganze Länge schwingender Rücken
  • müheloses, schwungvolles Untertreten
  • das Pferd geht etwas vor den treibenden Hilfen des Reiters
  • das Pferd hat einen entspannten Unterhals
  • das Pferd ist motiviert und auch innerlich losgelassen
  • vermehrtes Abkauen bei geschlossenem Pferdemaul
  • das Pferd trägt seinen Schweif locker und schwingt ihn ggf. mit
  • es schnaubt zufrieden ab

  • es hat einen zufriedenen Gesichtsausdruck

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Welche Anzeichen zeigt die korrekte Dehnungshaltung?

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  • das Pferd tritt motiviert im Takt
  • es zeigt schwungvolle Bewegungen
  • das Pferd ist im Rücken, in seinen Bewegungen und in seinem Geist losgelassen
  • sein Rücken ist aufgewölbt
  • nach vorn-unten gewölbter Hals (idealerweise ist die Nase auf Buggelenkhöhe)
  • Halsansatz angehoben -> siehe der Artikel „Axthieb“
  • entspannter Unterhals
  • entspanntes Genick

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Die Fotos wurden für diesen Artikel nachgestellt.

Anlehnung

Was ist Anlehnung?

Die Anlehnung ist die ständige, weiche Verbindung zwischen der Hand des Reiters und dem Pferdemaul. Die richtige Anlehnung kommt nur dann zustande, wenn das Pferd sich die Anlehnung selbst sucht. Gefunden hat das Pferd die optimale Anlehnung, wenn es das Genick nachgibt, den Hals nach vorn-unten dehnt, das Gebiss annimmt und eine konstante, weiche Zügelverbindung entstehen lässt. In dieser feinen Anlehnung darf das Pferd nicht im Maul gestört werden, es steht fein am Zügel.

Zeichen erkennen

Der Indikator für ein optimal gerittenes Pferdes ist sein beginnendes Schäumen. Bei feiner Anlehnung entsteht ein leichter Druck auf die Laden. Damit werden, ähnlich wie beim Fressen, die Ohrenspeicheldrüsen angeregt. Bei harter Zügelführung werden die Ganaschen nicht frei, somit verweigern die Drüsen ihre Arbeit und das Pferdemaul bleibt schaumlos. Die Ausnahme sind hierbei jedoch junge Pferde. Sie sind noch so sehr damit beschäftigt nach einer für sie optimalen Anlehnung zu suchen, dass sie noch nicht abkauen können.

„An den Zügel kommen“

Umgangssprachlich wird die Anlehnung als ein „an den Zügel kommen“ ausgedrückt. Der Reiter erreicht eine optimale Anlehnung durch sanfte treibende Hilfen im Zusammenspiel mit leichtem Annehmen und Nachgeben der Zügelhände. Dieses Agieren sollte jedoch nur kurzfristig sein, weil sonst bei einer starken, anhaltenden Anlehnung das Pferdemaul „hart“ wird. An dieser Stelle sei zu dem dringend vom „Riegeln“ im Pferdemaul abgeraten. Es führt dazu, dass das Pferd zwar vor dem Schmerz im Maul den Kopf runter nimmt, aber durch seine Flucht vor dem Gebiss im Genick verhärtet und den Rücken dabei wegdrückt. Tackt und Losgelassenheit gehen verloren und das Hinterbein kann nicht mehr energisch untertreten.

Anlehnung 1 _Fotor

 

Am Zügel: Hier ist der Idealfall dargestellt. Stirn und Nase des Pferdes bilden eine Senkrechte. Die Nase kann leicht vor der Mittelsenkrechten stehen, wobei das Genick des Pferdes der höchste Punkt ist. Der obere Halsmuskel des Pferdes tritt sichtbar heraus wenn der Hals des Pferdes aufgewölbt ist. Der Zügel hält eine feine Verbindung zum Pferdemaul.

 

 

 

4 Anlehnungsfehler

Anlehnung 2_FotorÜber dem Zügel: Stirn und Nase bilden keine Senkrechte. Das Pferd geht über den Zügel und währt sich gegen ihn. Pferde, die häufig so gehen haben eine deutlich sichtbare Unterhals- muskulatur. Das ist ein Zeichen, dass sich das Pferd im Rücken fest macht und nicht über ihn tritt. Das Pferd hat keine Anlehnung und ist nicht losgelassen. Die häufigsten Ursachen dafür ist das mangelnde feinfühlige Zusammenspiel der reiterlichen Hilfen. Das Pferd entzieht sich einer zu starken Hand oder weil der Reiter selbst nicht in der Lage ist eindeutige und abgestimmte Hilfen zu geben.

 

Anlehnung 3 neu_Fotor

Auf dem Zügel oder Sperren: Das Pferd stützt das Gewicht seines Kopfes mit offenem Maul auf der Reiterhand ab. Es entsteht ein starker Zug auf den Zügeln, der eine feine Hand des Reiters in dieser Situation unmöglich macht. Die einzige Möglichkeit das Pferd an die Hand zu bekommen ist nun, ihm seine Stütze zu entziehen. Das Pferd muss energischer, aber nicht schneller, getrieben werden. Ein konsequentes Vorwärts-Abwärtsreiten ermöglicht Stück für Stück das Wiederherstellen einer feinen Verbindung. Keine Ziehkämpfe – Stütze entziehen!

 

Anlehnung 4 neu_Fotor

Hinter dem Zügel: Das Pferd versteckt sich hinter dem Zügel, wenn es sehr feinfühlig ist und ein starker Zug auf die Zügel kommt bzw. der Reiter eine harte Hand hat und von hinten zu wenig entgegen treibt. Das Pferd zieht den Hals zusammen und drückt den Rücken weg, Tackt und Hinterhand gehen verloren. Hier ist ein frisches Vorwärts-Abwärtsreiten erforderlich, um die Losgelassenheit und das Suchen nach Anlehnung wiederherzustellen. Diesen Fehler immer sofort korrigieren, weil sich längerfristig das Nackenband entzünden kann.

 

Anlehnung 5_FotorEingerollt oder falscher Knick: Das Genick bildet bei beiden Varianten nicht den höchsten Punkt. Eingerollt kann das Pferd bei einer sehr feinen Hand noch schwingen, beim falschen Knick drückt es den Rücken jedoch weg. Um diese Anlehnungsfehler zu korrigieren benötigt man es sehr viel Geduld und eine weiche Zügelverbindung. Das Hinterbein muss zum Untertreten animiert werden, um eine Losgelassenheit im Rücken zu erzeugen. Die Grundlage ist eine kontrollierte Versammlung mit weicher Hand, in der das Pferd vorwärts-abwärts geritten wird.