Winterdecken – Sinn oder Unsinn ?

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Es ist wieder so weit – ob karriert, gestreift, lila, türkis oder pink; Fashion-Junkies horten sie in den Modefarben der Saison, anderen reicht etwas eher Zweckmäßiges –  die Deckensaison ist eröffnet! Die Reitsportindustrie hat ihre Hausaufgaben gemacht und bietet auch diesen Winter alles, was der Reiter- Geschmack begehrt.

Viele Reiter beginnen sobald die Tage kürzer werden damit ihre Pferde vor dem Wachstum ihres Winterkleides einzudecken. Sie möchten damit verhindern, dass die Pferde ein dichtes und langes Winterfell bekommen, was das Tocknen des Schweißes nach der täglichen Arbeit behindert. Außerdem haben die meisten Pferdebesitzer Angst davor, dass sich ihr Pferd erkältet oder friert.

Winterdecken und die Frage nach ihrer Notwendigkeit – Sinn oder Unsinn ? Wir haben uns für diesen Artikel mit Veterinärmedizinern und passionierten Reitern unterhalten, um herauszufinden was dran ist an dem Deckenwahn.

„So natürlich wie möglich“ rät Veterinärmediziner Dr. Hartmut Keitel aus Kirchdorf am Inn. Pferde besitzen einen sehr fein strukturierten Mechanismus zur Regulation ihrer Körperwärme, genannt Thermoregulationsmechanismus. Dieser Mechanismus hilft dem Pferdekörper sich an höhere Temperaturschwankungen anzupassen. Wenn Pferde artgerecht gehalten sowie ausreichend und qualitativ hochwertig gefüttert werden, dann funktioniert dieser hervorragend und die Pferde erkälten sich auch nicht, wenn sie eingeschneit sind. Nach Arzeneimittel.de  fühlen sich gesunde und artgerecht gehaltene Pferde allgemein bei -15°C bis ca. 20 °C am wohlsten; ihre Optimaltemperatur liegt dann bei 5°C trockener Kälte. Greift man allerdings in das natürliche Geschehen ein und schert sein Pferd, dann ist eine Decke zum Warmhalten bei niedrigen Temperaturen unbedingt von Nöten, so Keitel.

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Zur Beantwortung der Frage „Soll ich im Winter eindecken oder nicht?“ sollte man sich alle individuellen Gegebenheiten seines Pferdes klar machen. Jeder Besitzer sollte sein Pferd gut beobachten und individuell entscheiden, ob es nötig ist. Hat man ein reines Freizeitpferd, das im Winter weniger geritten wird, dann sollte man auf das Eindecken verzichten, so Dr. Christian Schütte aus Bonn für den Dressur-Studie-Artikel „Gut behütet oder übertrieben verzärtelt? Pferde eindecken?“.

Jeder Pferdebesitzer sollte sich auch selbstkritisch die Frage stellen: „Friert mein Pferd oder ich selbst ? Sollte ich akzeptieren, dass sich mein Pferd wohl fühlt, obwohl ich es als unangenehm kalt empfinde?“.

In einer Aussage sind sich jedenfalls alle Veterinäre und die Uelzener Pferdeversicherung einig: Eingedeckte Pferde werden anfälliger, weil sie ihre Thermoregulation viel weniger trainieren.

Bei welchen Pferden ist das Eindecken notwendig?

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  • Geschorenen Pferden
  • Alten Pferden
  • Kranken Pferden
  • Empfindlichen Pferden
  • Schlecht gefütterten Pferden

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Worauf sollte man unbedingt achten?

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  • Die Decke in der richtigen Größe kaufen, damit sie nicht verrutscht und sich das Pferd nicht verletzten kann.
  • Alle Gurtbänder und Schlaufen so befestigen, dass sich das Pferd beim Legen und Aufstehen nicht verheddern und verletzen kann.
  • Immer wieder die Frage stellen: Ist die Decke den Temperaturen angemessen?

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Fotos by Nicole Kumpf  

Bandagen und Gamaschen – Gefährlicher Irrglaube?

Bandagen

Bandagen und Gamaschen – Gefährlicher Irrglaube?  Wie im Artikel „Schiefgewickelt“ des Magazins „Bayerns Pferde“ ausführlich nachzulesen, haben sich forschende Veterinäre zusammengetan, um herauszufinden was dran ist an dem Für und Wider der Wickelei.

 

Ergebnis der Experten war es, ein große Warnung vor übertriebener Fürsorge auszusprechen. Bandagen und Gamaschen können bei zu intensiver oder falscher Anwendung Sehnenschäden und Drucknekrosen verursachen!

 

Dr. Andreas Franzky, Vorsitzender des Arbeitskreises Pferde der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz(TVT) gibt eine Anekdote wieder, in der eine bandagierte Stute ähnliche Symptome zeigte wie bei einer Kolik und die Ursache war letztenendes der Hitzstau unter den Bandagierkissen und Bandagen.  Auch wir kennen das! Wenn wir im Winter mit dicken Fellstiefeln in ein Geschäft kommen, was geheizt wird, verspüren auch wir das verlangen die Stiefel auszuziehen. Im schlimmsten Fall kann es auch bei einem Menschen zum Kreislaufabsacken kommen. Erzeugt durch einen Hitzestau am Knöchel, kann es einem schwindelig und unwohl werden. Ähnlich wird das ein Pferd empfinden.

 

Die Experten bestätigen die gute, kratzschützende Wirkung und Wundvorbeugung gut gepolsterter, weicher Gamaschen oder Bandagen bei der Ausbildung junger und noch wenig ausbalancierter Pferde. Sie warnen jedoch ausdrücklich vor der falschen Anwendung von Gamaschen beim Springen, diese richten erheblich Schäden an den Sehnen an.

 

Große Irrglauben:

 

WärmeDauererwärmung schadet dem Pferdebein!  Die Übertriebene Sorge, um Verletzungen der Pferdebeine vorzubeugen, schadet dem Pferd mehr als es ihm hilft. So sollten Pferde beim Koppelgang am besten „barfuß“ sein, weil sich unter den Gamaschen und Bandagen Schmutz, Sand und Planzenteile sammeln, die scheuern; sie saugen sich zu dem mit Flüssigkeiten und Feuchtigkeit voll, was reibt. Im Sommer wird es darunter so heiß, dass es für das Pferd mehr als unangenehm ist.

 

Bei der durchgeführten Studie testete man die Temperatur am Pferdebein im Ruhezustand. Diese lag normal bei 24° C und unter den Beinschützern bei bis zu 36° C. Diese Temperaturen verursachen Funktionsstörungen der Sehnen,  so Jochen Lill, Physiotherapeut und Osteopath vom Rehazentrum Antdorf. Deshalb sind sich verschiedene Experten einig: Nach dem Reiten sofort die Beinschützer runter! Und unten lassen.

 

StallbandageBehinderung des Lymphsystems! Eine Studie mit dem Namen „Auswirkung und klinische Relevanz von Woll(Stall)bandagen mit wattierten Unterlegern und Strickstrümpfen auf den Lymphfluss im Pferdebein“, aus dem Jahr 2006 belegte, dass Stallbandagen nicht zweckmäßig sind.

 

Professor Dirk Berens von Rautenfeld und Dr. Christina Fedele von der  Tierärztlichen Hochschule Hannover erklären, dass „Die scheinbare, optisch positive Wirkung der Bandagierung erklärt sich dadurch, dass in dem komprimierten Gewebe keine Wassereinlagerung stattfinden kann.“ Das Lymphsystem wird in seiner Arbeit massiv behindert und schädigt auf Dauer chronisch!

 

StallgamaschenSie bilden Nekrosen und das Gewebe stirbt ab! Zu sogenannten Drucknekrosen auf der Haut des Röhrbeins oder des Sehnenstrangs kann es durch Stallgamaschen kommen oder wenn man vergisst die Reitgamaschen über Nacht abzunehmen, betont Dr. Christian Bingold, Leiter der Pferdeklinik Großostheim. Als Hintergrund nennt er den permanenten Druck auf das Pferdebein, der die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt und das Gewebe absterben lässt.

 

Nach der Heilung zeigen sich dann an der entsprechenden Stelle meist weiße Haare, bei Schimmeln sind es schwarze.

 

Stütze, Entlastung und SchlagschutzIrrglaube, der uns von den Marketingabteilungen der Gamaschen- und Bandagenhersteller eingeredet wird, damit wir möglichst viel und oft kaufen! Gamaschen können vor Kratzern, aber nicht vor Schlägen schützen. Das Anlegen und Einwickeln stützt nicht ab, entlastet nicht und hält keine Schläge ab.

 

Warum??? – erklärt Dr. Peter Witzmann aus Leinfelden-Echterdingen im Magazin „Bayerns Pferde“: Beim Bandagieren wickelt man die Bandage zirkulär ums Bein. Die Kraft, die etwa beim Springen auf das Bein wirkt, wirkt von oben nach unten. Bandagen können diese Kräfte nicht abfedern! Gleiches gilt für Gamaschen. Wenn man das Pferdebein vor Überdehnung schützen wöllte, müssten die Gamaschen so fest sitzen, dass sie eine Einschränkung der Bewegung und mangelnde Versorgung des Beins in Kauf nehmen müssten!

 

Stoßdämpfung – 2001 hat die Fachzeitschrift „Cavallo“ mittels Beschleunigungssensoren vom Biomechaniker Dr. Parvis Falaturi messen lassen, ob sich Stützgamaschen, die den Fesselkopf umschließen, als stoßdämpfend erweisen.

 

Das Ergebnis – Von dämpfenden Effekten keine Spur. Das Magazin zitiert Falaturi, der die Messreihen durchführte: „Was im Bein passiert, wird durch Boden und Beschlag, nicht aber durch Gamaschen beeinflusst.“

 

Chaps zum Turnier ?



Equiva.comChaps für Freizeit und zum Turnier

Beim Englischen Reiten ersetzt der Minichap die Reitstiefel und wird meist in Kombination mit Siefletten bzw. Jodhpurstiefelletten getragen.

Es stellt sich hier immer wieder die Frage, ob Minichaps zu „englischen“ Turnierprüfungen getragen werden dürfen.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung beantwortet unter anderem die Frage welche Chaps zum Turnier zugelassen sind hier…
Die LPO besagt zu zugelassenen Chaps zum Turnier: „(…) Beliebig; Stiefelhose und dunkle Reitstiefel bzw. Stiefeletten und gleichfar- bige, eng anliegende Glattleder- Chaps (Gamaschen), sofern sie optisch einteiligen Reitstiefeln entsprechen (die Bestimmungen bzgl. Stiefeletten und Glattleder- Chaps (Gamaschen) gelten auch für den Vorbereitungs- platz); (…)“
Anders als auf dem Foto müssten dann die Stiefel und die Stiefeletten die selbe Farbe besitzen. Die Chaps müssen aus dunklem, glatten Leder sein und sich dabei optisch an die Form des allgemeinen Reitstiefels anpassen. Sie sollten dazu wie auf dem Foto zu sehen eine Lederschnalle über dem Ende des Reißverschlusses besitzen, um zum einen den Verschluss zu verdecken, damit er nicht am Pferd reiben kann und zum anderen, um ein nach oben Rutschen der Sporen zu verhindern.

Herkunft

Abgeleitet vom spanischen „chaparajos“, wurden sie ursprünglich als Beinbekleidungen aus Leder ohne Gesäßeinsatz, die von den Gauchos in Südamerika wie auch von den Cowboys Nordamerikas zum Viehtrieb und zur Farmarbeit getragen. Chaps sind ein Bestandteil der Arbeitskleidung und sollen die Hosen, aber insbesondere die Beine der Farmarbeiter vor den Hörnern der Rinder, beim Hufbeschlag, vor Dornen, Geäst und Kälte schützen.

Chaps

Ihren Ursprung haben die „Lederstrümpfe“ als Beinkleider amerikanischen Indianerstämmen. Diese wurden dann von eingewanderten Trappern und Jägern übernommen und unter den Viehtreibern und Farmarbeitern verbreitet.

 

 

 

 

 

Reitstiefel meets Chaps 😉

 

 

Es gibt verschiedene Formen von Chaps für Arbeit, Freizeit und Turnier:

Offene, weit geschnittenen Batwings – sie sind vor allem im heißen Texas verbreitet.

Batwing_Chaps

 

Enge Shotguns – sie werden heute vor allem im Norden getragen.

Shortgun_Chaps

 

Die bis kurz unter das Knie reichenden Chinks – findet man in Kalifornien.

Chink_Chaps

 

Woolies – die gefütterten Ziegenhaar-Chaps werden im winterlichen Norden getragen, sie nehemen allerdings Feuchtigkeit auf und sind weniger geruchsneutral.

Wooly_Chaps

 

Die Zahones – werden von den Vaqueros in Spanien getragen.

Zahones_Chaps

 

 

 

Fotos (c) Richard Beal`s Blog , blautexte.de

Martingal

Das gleitende Ringmartingal

Das gewöhnliche Martingal wird in der Literatur auch häufig als „gleitenden oder laufendes Ringmartingal“ beschrieben. Es besteht aus einem Halsriemen, der als Ring vor der Schulter des Pferdes locker um den Pferdehals liegt und einem breiteren Riemen, der zwischen den Vorderbeinen des Pferdes unten am Sattelgurt befestigt wird, dann durch eine Öffnung an der Doppelnaht des Halsriemens führt und sich dahinter in zwei schmalere Riemen teilt, an denen je ein Ring angebracht ist. Durch diesen Ring werden in aufrecht nach oben gehaltener Position die Zügel von vorn nach hinten durchgeführt.

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Wirkung:

Das Ringmartingal ist ein Hilfszügel, der nicht direkt auf das Gebiss einwirkt. Das Martingal verhindert bei korrekter Verschnallung lediglich, dass das Pferd seinen Kopf nach oben reißt und sich damit über dem Zügel der Hilfen des Reiters entzieht. Es hilft Reiter und Pferd dabei ihre angemessenen Anlehnung zu finden und die Kopfhaltung des Pferdes nach unten zu korrigieren.

Verschnallung:

Das Martingal wird so verschnallt, dass die korrekte Zügellinie nicht unterbrochen wird, salopp gesagt, kein Knick in der Zügelführung entsteht. Das heißt der Hilfszügel wirkt nur auf den Zügel ein, wenn sich das Pferd über dem Zügel der Anlehnung entzieht. Wird eine Zäumung mit zwei Zügeln verwendet, so wird das Ringmartingal nur in den Trensenzügel geschnallt.

Das Martingal ist der einzige Hilfszügel, der in Spring- und Geländeprüfungen erlaubt ist und dementsprechend weit verbreitet ist. Es gewährleistet die Bewegungsfreiheit des Pferdes, da die Reiterhand die Bewegung des Pferdekopfes durch Nachgeben frei gibt.

Martingal

Eine zu kurze Verschnallung führt zu einer mechanischen Hebelwirkung auf die Zügel, ergo direkt auf das Pferdemaul und stört die Präzision der Zügelhilfen. Eine zu lange Verschnallung birgt die Gefahr beim Springen, dass sich das Pferd mit den Vorderhufen im herabhängenden Brustriemen verfängt. Um dem vorzubeugen kann ein Martingalstopper aus Gummi am Brustriemen und vor dem Halsriemen angebracht werden, der ein Verrutschen verhindert.



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Pferd verladen – Tipps für Angsthasen und Härtefälle

 

Wie Sie Ihr schwieriges Pferd verladen mit weniger Stress!

 

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Bei den beiden Wörtern „Pferd verladen“ läuft Ihnen ein Schauer über den Rücken? Das ist jetzt vorbei! Unsere „Tipps für Angsthasen und Härtefälle“ sind eine Sammlung von eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen im Umgang mit jungen und schwierigen Pferden. Vielleicht ist die ein oder andere Anregung für Sie dabei.

 

Aufbauend auf die Tipps zum leichteren Verladen – Anregungen für besonders Ängstliche und Härtefälle:

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  • Nicht mehr als 3 ruhige Personen an den Hänger.
  • Wenn möglich den Hänger nahe und parallel zu einer Wand parken, so kann das Pferd nur zu einer Seite ausweichen.
  • Die Mittelwand hinten aushängen und auf die leere Seite ziehen, so wirkt der Hänger größer.
  • Rampe und Hängerboden mit frischem Stroh einstreuen, so hat das Pferd das gewohnte Gefühl in eine Box geführt zu werden. Stroh kann nach dem Verladen wieder entfernt werden.
  • Gerade auf den Hänger zu gehen.
  • Die freien Seiten mit einer am Hänger festgebundenen Longe abgrenzen, die ein Helfer hält. Ist das Pferd im Breich der Longe, diese hinter dem Pferd herumführen, so dass es auch nach hinten eine Grenze spürt. Eventuell kann man auch sanft an der Longe ziehen, um das Pferd zum Gehen aufzufordern.
  • Das Licht des Zugfahrzeugs anschalten, damit auch die Innenbeleuchtung des Hängers brennt. Der Hänger wirkt dann nicht so beängstigend auf das Pferd.
  • Das Pferd mit einer Karotte locken, dabei aber nicht anschauen. Wenden Sie Ihr Gesicht bewusst ab.
  • Hat der Hänger hinten eine Plane diese ganz hochschlagen und eventuell auf das Dach legen, so dass das Pferd nicht mit den Ohren daran stoßen kann. Viele Pferde geraten dabei in Panik.
  • Ein erfahrenes Pferd zuerst verladen, um dem zweiten Pferd die Angst zu nehmen.
  • Die Rampe muss sicher aufliegen und darf nicht Wackeln.
  • Eventuell ist es möglich den Hänger an einer Steigung so zu parken, dass die Rampe flacher ist.
  • Ruhe bewahren und motiviert bleiben. Die meisten Pferde sind nicht sehr geduldig und kommen irgendwann mit, wenn man konzentriert bei der Sache bleibt und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.
  • Wenn Ihr Pferd auf dem Hänger steht, ausgiebig loben und belohnen, damit es eine angenehme Erinnerung an den Hänger behält.

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ACHTUNG! Auf keinen Fall:

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  • Stress, Brüllen und Schlagen!
  • Nicht am Führstrick ziehen!
  • Dem Pferd nicht in die Augen sehen!

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[unordered_list style=“tick“]

  • Der Führende sollte so laufen, dass das Pferd Platz hat notfalls auch hecktischer hineinzulaufen!

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Fotos by Nicole Kumpf  http://www.nicole-kumpf.de/4.html

Pferd verladen leicht gemacht!

Pferd verladen ohne Stress!

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10 Tipps, die Ihnen und Ihrem Pferd das Verladen leichter machen.

1. Bleiben Sie immer ruhig und behalten Sie die Nerven wenn Sie Ihr Pferd verladen möchten!

Je mehr Aufregung rund um das Pferd herrscht, desto aufgeregter ist das Pferd. Vergessen Sie nie, Ihr Pferd hat Angst in den sehr klein wirkenden, wackelnden und knarksenden Hänger einzusteigen. Wichtig ist dann, dass nicht mehr als 3 Personen am Hänger sind und alle Ruhe bewahren.

 

2. Haben Sie Vertrauen in Ihr Pferd!

Wenn der Führer fest davon überzeugt ist, dass ihm sein Pferd problemlos in den Hänger folgt, gibt er dem Pferd eine große Portion Vertrauen. Der Führende ist selbst ruhiger und entspannter, was sich wiederum auf das Pferd überträgt. Das ist kein Wunder, nur Psychologie und Körpersprache.

 

3. Richtige Transportausrüstung!

Minimieren Sie das Risiko zukünftiger Verladeangst durch einen optimalen Schutz vor schmerzhaften Stößen oder Verletzungen im Hänger oder beim Verladen. Legen Sie Ihrem Pferd Transportgamaschen oder Bandagen als Beinschutz, einen stabilen Halfter und am besten einen Schweifschutz an. Vermeiden Sie einen Durchzug im geschlossenen Hänger. Wenn es Ihrem Pferd auf dem Hänger gut geht, wird es sich an Gutes erinnern.

 

3. Hände weg von der Peitsche!

Wer sein Pferd mit Gewalt und Prügel in den Hänger zwingt, enttäuscht sein Pferd so, dass es nie wieder freiwillig hoch geht. Es wird sich zukünftig noch mehr wehren, weil es im Vorhinein schon Angst vor der Prügel hat und auf sie wartet.

Es ist wichtig, das Pferd nach jedem Verladen ausgiebig und überschwänglich zu loben und mit seinem Lieblingsfutter zu belohnen. Das Pferd wird dadurch der Hänger als einen angenehmen Ort im Gedächtnis behalten.

 

4. Fahren Sie langsam und ruhig!

Wichtig ist, langsam um Kurven zu fahren, Schlaglöchern rechtzeitig auszuweichen und sanft zu bremsen und zu beschleunigen. Das Pferd sieht die Hindernisse nicht und muss sich überraschend auf engem Raum ausbalancieren. Das Pferd empfindet die Hängerfahrt wie Achterbahnfahren mit geschlossenen Augen. Deshalb, fahren sie mit Sinn und Verstand!

 

5. Beim Ausladen aufpassen!

Passen Sie auf, dass Ihr Pferd beim Rückwärtstreten nicht von der Rampe rutscht. Leiten Sie oder ein Helfer es am besten mit einer Hand an der Flanke und einer an der Schulter als Begrenzung aus dem Hänger.

 

6. Nach dem Ausladen loben und belohnen!

 

ACHTUNG! – Auf keinen Fall:

[unordered_list style=“red-x“]

  • Stress, Brüllen und Schlagen!
  • Nicht am Führstrick ziehen!
  • Dem Pferd nicht in die Augen sehen!

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[unordered_list style=“tick“]

  • Der Führende muss so laufen, dass das Pferd Platz hat notfalls auch hecktischer hineinzulaufen!

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Fotos by Nicole Kumpf  http://www.nicole-kumpf.de/4.html

Curly Horse

Von Pferdeleuten liebevoll „Lockenpony“ genannt, ist das American Bashkir Curly Horse, kurz Curly Horse, wohl wahrscheinlich die einzige Rasse, die für pferdeaffine Allergiker tauglich ist.

Foto (c) petsency.com

Pferde der nordamerikanische Pferderasse Curly Horse haben durchschnittlich ein Stockmaß von 1,40-1,65 m und besitzen das für sie charakteristische gelockte Lang- und Deckhaar, das in allen Farben auftreten kann.

 

Wie erkennt man ein Curly Horse?

Ihr Sommerfell ist leicht gewellt bis glatt, ihr Winterfell ist lang und gelockt. Mähne und Schweif sind gewellt, ihre Augenform ist oft mandelförmig-geschlitzt und die Hufe zeigen sich fast kreisrund und oft sehr robust und hart. Mitunter gibt es vereinzelt auch glatthaarige Curlys, diese werden Straight Curlys genannt, haben aber bis auf die Locken, die selben Beschaffenheiten wie das gemeine Curly Horse.

 

Wo kommen die Curly Horses her?

Die tatsächliche Herkunft der American Bashkir Curly Horses ist nicht ganz bewiesen und beruht lediglich auf Vermutungen. In verschiedenen Regionen der Erde sind Abbildungen und Beschreibungen einer gelockten Pferderasse gefunden worden. Inzwischen sei es wohl nachgewiesen, dass die Curlys nicht mit den ebenfalls gelockten russischen Steppenpferden, den Baschkiren, verwand sind.

Foto von 1906 (c) curlyhorsecountry.com

 

Eine mögliche Herkunftsgeschichte:

Heute ist man der Meinung, dass Sioux- und Crow- Indianerstämme um die Wende vom 18. zum 19. Jhd.  Vereinzelt gelockte Reitpferde besaßen. So entdeckte der Farmer Peter Dameles 1898 eine Wildpferdeherde mit gelockter Jacke und fing sie ein. Die Farmerfamilie kreuzte nun ihre eigenen Pferde, unter anderem Araber- und Morganhengste mit den robusten Wildpferden. Schnell bemerkten sie, dass sich das gelockte Fell, das Robuste und der freundliche Charakter sehr dominant weiter vererbten, so dass sie zukünftig auch von den Farmnachbarn in der Zucht eingesetzt wurden. Bereits Anfang des 20. Jhd. gab es aufgrund der Nichtbeachtung einer Reinzucht viele verschiedene Fassetten des gelockten Pferde-Typs.

 

Warum gelten sie heute als Allergikerpferde?

Curly Horses besitzen eine andere Hautbeschaffenheit als das „normale“ Pferd. Sie haben eine andere Fellstruktur, andere Schuppen und andere Fellöle. Deshalb riechen sie auch anders. Man beschreibt ihren Duft nach Lammwolle. Pferdeallergiker reagieren auf diese andersartige Beschaffenheit des Fellkleides gemeinhin nicht allergisch.

 

Wo werden Curly Horses heute eingesetzt?

Curly Horses haben einen sehr freundlichen Charakter und sind dementsprechend sehr vielseitig als Freizeit-, Familien- und Sportpferde einsetzbar. Natürlich gibt es auch Curly Horses als Ponys im Kleinformat.

Das ursprüngliche, von den Mustangs abstammende, Curly Horse wird sehr gern als Westernpferd ausgebildet. Sie werden im Western Riding, Trail, Pleasure und Horsmanship wie auch zur Arbeit mit Rindern eingesetzt.

Die mit Voll- und Sportblut eingezüchteten Curlys werden als klassische Sportpferde ausgebildet und sind als Spring-, Dressur- und Fahrpferde erfolgreich.

In Europa besonders selten sind die Curly Gangpferde. Sie wurden über Generationen mit Missouri Foxtrottern gekreuzt, um eine Rasse zu kreieren, die über Ausdauer auf langen Strecken verfügt und mit dem Foxtrott-Gang für den Rücken des Reiters über längere Ausritte hinweg angenehm und weich ist.

 

 

Bahnpunkte leicht gemerkt

DRESSURVIERECK

Als Dressurviereck bezeichnet man einen genormten Reitplatz, auf dem Dressurprüfungen geritten oder gefahren werden. Laut LPO sind je nach Wettbewerb verschiedene Größen vorgeschrieben. Die Standardmaße vom Dressurreitviereck betragen im Normalfall 20m x 40m für Klasse A-L  oder 20m x 60m für Klasse: M-S. Diese Größen gelten als der Standard für alle Prüfungen der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung).

Bild aus: Pferd-aktuell
Bild aus: Pferd-aktuell

BAHNPUNKTE

Bahnpunkte sind Orientierungspunkte im Dressurviereck. Sie zeigen dem Reiter die Start- und Zielpunkte der gerittenen Hufschlagfiguren. Die Bahnpunkte dienen gewissermaßen zur Raumeinschätzung und Orientierung des Reiters. Anhand dieser Markierungen kann der Reiter seine Position im Dressurviereck festlegen.

 

Die Bahnpunkte lassen sich durch 2 Eselsbrücke leicht merken:

 

Bahnpunkte.jpg

 

„Mein Bester Freund Albert Kaut Eine Halbe Citrone.

„Mein Ross Braucht Paraden Für Alle Korrekten Volten, Es Soll Hinter Celsius Gehen In X Leichter Dressur.

 

 

 

 

EINFACHE HUFSCHLAGFIGUREN

Bild aus: Wissenmedia.
Bild aus: Wissenmedia

HUFSCHLAG

Circa einen halben Meter von der Bahnbegrenzung entfernt befindet sich der 1. Hufschlag (gestrichelte Linie). Wird vom „Reiten auf dem Hufschlag“ gesprochen, ist immer dieser äußerste Hufschlag gemeint. Bei fortgeschrittenen Reitschülern wird auf dem 1. und 2. Hufschlag gleichzeitig geritten. Dieser 2. Hufschlag ist ca. ein bis zwei Meter von der Bande entfernt und verläuft parallel zum 1. Hufschlag.

Häufig hat sich in einer Reithalle ein Trampelpfad entlang der Bande abgezeichnet. Dort sollte ungefähr der 1. Hufschlag sein. Reitanfänger sind für diesen Trampelpfad als unkonventionelle Hilfe dankbar,  weil er ähnlich wie Eisenbahn-Schienen wirkt. Bedingt durch die Bande ist das Pferd nach außen hin begrenzt.  Der fortgeschrittene Reitschüler führt sein Pferd auf dem 2. Hufschlag. Hier ist die Schwierigkeit, dass das Pferd nur mit den korrekten Sitz und der richtigen Hilfengebung geradeaus geritten werden kann.

DURCH DIE GANZE BAHN WECHSELN

Der Reiter durchquert diagonal die ganze Bahn und wechselt die Hand. Befindet sich das Pferd auf der linken Hand, kann vom Wechselpunkt H nach F bzw. von F nach H gewechselt werden. Analog dazu wechselt der Reiter auf der rechten Hand von K nach M. Wenn diese Bahnfigur im leichten Trab geritten wird, muss kurz vor dem Zielpunkt umgesessen werden.

DURCH DIE LÄNGE DER BAHN WECHSELN

Ganz kurz vor der Mitte der kurzen Seite auf die Mittellinie abgewendet. Die Schwierigkeit ist nun ganz gerade auf der Mittellinie zur Mitte der gegenüberliegenden kurzen Seite zu reiten. Dort wird das Pferde kurz vor dem Hufschlag gestellt und auf die andere Hand abgewendet. Wird im leichten Trab gewechselt, muss kurz vor dem Zielpunkt umgesessen werden.

Ähnlich wie der Wechsel durch die Länge der Bahn kann auch durch die Breite der Bahn von E nach B oder B nach E gewechselt werden.

DURCH DIE LÄNGE DER BAHN GERITTEN

Kurz vor der Mitte der kurzen Seite auf die Mittellinie abgewendet. Gerade auf der Mittellinie zur Mitte der gegenüberliegenden kurzen Seite zu reiten. Dort wird das Pferde kurz vor dem Hufschlag gestellt und auf der selben Hand weitergeritten. Wird im leichten Trab geritten, ist kein Umsitzen nötig.

Ähnlich wie das Reiten durch die Länge der Bahn kann auch durch die Breite der Bahn von E nach B oder B nach E geritten werden.

AUF DEM ZIRKEL GERITTEN

Bei einer Bahn von 20 × 40 m sollte in jeder Bahnhälfte ein Zirkel 20m im Durchmesser betragen. Der Zirkel berührt an drei Punkten den Hufschlag– in der Mitte der kurzen Seite bei C oder A sowie an den sogenannten Zirkelpunkten R, P, V oder S, die an den langen Seiten der Bahn liegen. Von den Ecken aus gemessen, liegen diese Punkte genausoweit entfernt wie der Mittelpunkt der kurzen Seite (C oder A). Der vierte Punkt liegt auf der Mittellinie, im Bahnmittelpunkt X. Man spricht von der offenen und der geschlossenen Zirkelseite. Die offene ist der Halbkreis, in Richtung Bahnmitte, die geschlossene Zirkelseite ist bin der Bande begrenzt. Ebenfalls üblich ist der Mittelzirkel, dessen Hufschlagberührungspunkte die Mitten der langen Seiten, E und B, sind. Die beiden anderen Zirkelpunkt sind dann I und L.

DURCH DEN ZIRKEL WECHSELN

Es wird auf dem Zirkel geritten. Der Reiter stellt sein Pferd und wendet am Zirkelpunkt der offenen Zirkelseite in einer halben Volte ab, er stellt sein Pferd gerade und reitet über den Mittelpunkt. Der Reiter stellt sein Pferd in die andere Richtung, wechselt über dem Mittelpunkt die Hand und reitet in einer weiteren halben Volte auf der anderen Hand zum gegenüberliegenden Zirkelpunkt zu. Es wird eine S-Linie innerhalb des Zirkels geritten, die vom einen Zirkelpunkt über einen Voltenhalbkreis zum Mittelpunkt und über einen weiteren Voltenhalbkreis auf die andere Hand zum gegenüberliegenden Zirkelpunkt führt.

 

 

Thiedemannzügel

Thiedemannzügel (auch Köhlerzügel genannt)

Überholtes Relikt aus vergangenen Tagen oder wiederzuentdeckender Schatz?

 

Fritz Thiedemann mit Retina (1959)
Fritz Thiedemann mit Retina (1959)

Der Thiedemannzügel hat seinen Namen von einem der erfolgreichsten Springreiter und Olympiasieger der 1950er Jahre, Fritz Thiedemann (1918-2000). Dieser Hilfszügel zum Reiten und Ausbilden von Pferden blickt auf eine nunmehr lange Tradition zurück, aber ist heute leider ein wenig in Vergessenheit geraten.

Im Folgenden möchte ich versuchen diesen Hilfszügel vom Staub der letzten Jahre zu befreien und zu zeigen, warum uns ein wirklich gutes Hilfsmittel verloren gehen würde.

 

Wann hilft der Thiedemannzügel?

(1) Bei Pferden, die sich der Anlehnung und den Hilfen des Reiters durch das Hochreißen des Kopfes  entziehen.

(2) Beim Ausbilden von Pferden mit unsteter Anlehnung.

(3) Bei Pferden, die im Gelände zu heftig werden.

(4) Zur Ausbildung von jungen Pferden (möglichst lang verschnallt), die damit lernen sollen.

 

Aus welchen Einzelteilen besteht ein Thiedemannzügel?

Der Thiedemannzügel besteht aus 2 Komponenten – aus einem Trensenzügel mit 3-4 außen angebrachten Ösen und einem Halsriemen mit Bauchschlaufe, ähnlich dem Martingal, jedoch ohne Ringe und viel länger.

 

Thiedemannzuegel 2_Fotor

Wie wird er richtig verschnallt?

Die Zügel werden zuerst mit den Ösen nach außen an die Gebissringe geschnallt. Die Trense wird wie gewohnt angelegt und verschnallt. Als nächstes wird der Halsriemen wie beim Martingal angelegt und die Bauchschlaufe mit dem Sattelgurt befestigt. Danach werden die langen Lederriemen von innen nach außen durch die Gebissringe in die Ösen der Zügel eingehakt. Man sollte darauf achten, dass die Riemen auf beiden Seiten gleich und möglichst lang verschnallt werden. Bei normaler Zügelführung bzw. Anlehnung darf das Pferd auf keinen Fall behindert werden.

 

Thiedemannzuegel 1_Fotor

Die Besonderheit des Thiedemannzügels

Der Thiedemannzügel kann als eine Kombination aus Martingal und Schlaufzügel beschrieben werden. Er kommt bei richtiger Verschnallung und Anwendung nur im äußersten Notfall zum Einsatz. Zum Beispiel wenn sich das Pferd der Anlehnung oder den Hilfen des Reiters durch ein Hochreißen des Kopfes entzieht. Beim Vorwärts-abwärtsreiten wird das Pferd ohne Behinderungen und Zwänge geführt; der Hilfszügel kommt nicht zum Einsatz.

 

Wie wirkt er?

Beim Hochreißen des Pferdekopfes spannen sich die Bauchschlaufe und die mit ihr verbundenen Riemen, die über die Gebissringe in die Ösen des Zügels eingehakt sind. In diesem Moment wirkt der Thiedemannzügel wie ein Schlaufzügel.

 

!Achtung!

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  • Der Hilfszügel sollte von erfahrenen Reitern eingesetzt werden!
  • Das Pferd darf bei normaler Anlehnung NICHT gestört werden!
  • Der Thiedemannzügel ist wie alle anderen starren Hilfzügel NICHT zum Springen geeignet!

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[unordered_list style=“tick“]

  • Die nachgebende Hilfe muss deutlich stärker sein, weil der Zügel durch die Riemen den doppelten Weg zurücklegen muss!

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