Trakehner

Die Pferderasse der Trakehner steht noch heute für edle, kaftvolle Pferde, großes Interesse, verklärte Nostalgie und ein wenig historischen Wehmut.

Aus diesem Grund organisierte das Ostpreußische Landesmuseum 2007 sogar eine Sonderausstellung zur Huldigung der Ära einer Pferderasse mit dem Namen „275 Jahre Trakehnen – Mythos im Zeichen der Elchschaufel“.

 

Der Name dieser Zuchtlinie leitet sich vom Ortnamen „Trakehnen“ im ehemaligen Ostpreußen ab. Ihre Anfänge rekonstruierte man bis ins 13. Jahrhundert, wo man begann aus Arbeitspferden Militärpferde zu züchten. Auf dieser Grundlage gründete König Friedrich Wilhelm von Preußen 1732 in Ostpreußen das erste Trakehner-Gestüt, das „königliche Trakehner Stutamt“.

Modell des Trakehner Landstallmeisterhauses
Modell des Trakehner Landstallmeisterhauses

Mehr als 50 Jahre später erhielt die königliche Zuchtlinie eine einzelne Siebenendige Elchschaufel als Brandzeichen. Zu dieser Zeit war die offizielle und korrekte Bezeichnung der Pferde von ihrem Geburtsort abhängig. Nur die im Hauptgestüt Trakehnen geborenen Pferde durften als Trakehner bezeichnet werden. Waren Pferde der selben Rasse an einem anderen Ort geboren, durften diese nur als Ostpreußische Warmblüter Trakehner Abstammung benannt werden. So entstand die umgangssprachliche Bezeichnung Ostpreuße. Ihr Brandzeichen war die doppelte Elchschaufel. Dieses Brandzeichen ist bis heute so überliefert, weil es seit 1944 keine Zucht mehr in Trakehnen gibt und somit auch keine „echten“ Trakehner.

Trakhener-Elchschaufel

Ursprünglich als Militärpferde, dann als edle, elegante wie auch ausdauernde Kutschpferde gezüchtet, sollten die Trakehner am Ende des 18. Jahrhunderts wieder Militärpferde werden, wo sie erstmals durch Leistungstests und Stammbäume genauestens dokumentiert wurden. Im 19. Jahrhundert durften dann zur Veredlung englische Vollblüter und Araber eingesetzt werden. Der Trakehner hatte nun einen etwa 50 %igen Blutanteil.

Ganges x, Rappe, geb. Trakehner 1845 von Burgsdorf xx und der Galathée von Tigranes x, Hauptbeschäler Trakehnen 1849-1858
Ganges x, Rappe, geb. Trakehner 1845 von Burgsdorf xx und der Galathée von Tigranes x, Hauptbeschäler Trakehnen 1849-1858

Es folgte der große Zusammenbruch der ostpreußischen Zucht mit Kriegsende 1945. In den Kriegswirren musste wegen der Besatzungen versucht werden, alle Pferdebestände durch fluchtartige Evakuierungen zu retten. Leider konnten nur 575 Stuten und 45 Hengste aus Privatzuchten mit den Flüchtlingtrecks evakuiert werden. Der kleinere Teil des Bestands des Hauptgestüts konnte in die zwei preußischen Hauptgestüte Neustadt/Dosse und Graditz wie auch im Norden nach Perlin gerettet werden. Der Großteil dieser Pferde kam als Reparationszahlung in die Sowjetunion.

In den östlichen Teilen Deutschlands konnte die ursprüngliche Qualität der Trakehner Pferde wieder erreicht werden und wurde nach dem Krieg zur Veredlung aller deutschen Warmblutzuchten eingesetzt.

Trakehner_Blog_Collage

So hat die Trakehner Zuchtlinie bis heute einen sehr bedeutenden Teil dazu beigetragen den modernen, ausdauernden und charakterstarken Typ unseres Deutschen Reitpferdes im internationalen Turniersport zu etablieren.

 

Bildnachweis:

Titelbild by Nicole Kumpf – www.nicole-kumpf.de

Modell des Trakehner Landstallmeisterhaus by Ostpreussisches Landesmuseum

Historisches Gemälde by „Der Trakehner im Auge des Künstlers“, Jubiläumsausstellung 2007

Hausmittelchen für Pferd und Reiter

We love Pferde_Hausmittelchen

Hausmittelchen für Pferd und Reiter

Achtung! Alle folgenden Tipps zu Hausmittelchen für Pferd und Reiter ersetzen keinesfalls eine tierärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung! Wir würden uns lediglich freuen, wenn hier eine kleine „Hausmittelchen für Pferd und Reiter“ – Sammlung von unterstützenden Alternativen entsteht.

 

Arthrose:

  1. Teufelskralle verspricht Linderung!
  2. Frischen Ingwer roh, geputzt und in kleinen Mengen verabreichen. Bei Bedarf steigern. Vorsicht scharf!

 

Entzündungen an den Beinen, dicke Beine, statt Tensolvet:

  1. Einen guten Schuss Retterspitz (erhältlich in Apotheken) in einen Eimer geben. Mit Wasser auffüllen und das Bein hineinstellen. Falls das Pferd die Idee nicht gut findet, kann man mit dem Gemisch einen Angussverband nässen und angießen.
  2. Handelsüblicher Quark kühlt sehr lange. Du könntest auch einen dichten Gefrierbeutel unten aufschneiden, ihn über den Huf über das Bein ziehen, bis zur dicken Stelle. Darunter den Gefrierbeutel mit Klebeband fixieren. Oben in den Beutel handelsüblichen Speisequark einfüllen und gut um das Bein verteilen. Alles mit einer weichen Bandage fixieren.
  3. Heilerdepaste ist in Tubenform in jeden Drogeriemarkt erhältlich.

 

Ekzem:

  1. Mit verdünntem Apfelessig abwaschen und danach mit unbehandeltem Kokosöl einreiben. Das Öl wirkt gleichzeitig auch gegen Mücken
  2. Schwarzer Tee ist das Wundermittel der Natur auch bei leichten Ekzemen, da er desinfiziert und Juckreiz lindert. Betroffene Stellen mit einem mit Schwarzem Tee getränktem Baumwolltuch umwickeln und das jeden Tag wiederholen.

 

Einschuss:

  1. Im Schritt bewegen, kühlen, Wunde desinfizieren, Fieber messen und Tierarzt anrufen!
  2. Entzündungshemmende und kühlende Behandlung -> siehe Entzündung 2.

 

Haarlose Stellen durch Bisse, Abschürfungen, etc.:

  1. Täglich Olivenöl oder Melkfett auftragen und einmassieren. Das macht die Haut geschmeidig und lässt das Fell besser nachwachsen.

 

Fliegenspray:

  1. Schwarzen Tee und Apfelessig im Verhältnis 1:1 mischen, etwas Teebaumöl dazugeben. In eine Sprühflasche füllen.
  2. Jod (Betaisodona-Lösung)-Wassergemisch im Verhältnis 1:1 in eine Sprühflasche füllen.
  3. Täglich morgens 2 Zehen Knoblauch kleingeschnitten ins Futter geben.
  4. Ca. 10 Beutel Schwarzen Tee mit Saft von ca. 2-3 Zitronen und einigen Knoblauchzehen aufkochen und über Nacht ziehen lassen.

 

Harte Zügel und Longen:

  1. In warmes Wasser mit silikonfreiem Shampoo einlegen. Durchspühlen und anschließend feuchte Lederteile fetten.
  2. Nylonleinen in warmes Wasser mit Weichspüler einlegen. Anschließend im Schatten trocknen.

 

Hufprellung:

  1. Den Huf in Sauerkraut einpacken. Es nimmt den Druck und lindert den Schmerz. Als Verbandsmaterial kann eine Babywindel verwendet werden.

 

Huftrockenheit:

  1. Hufe großzügig mit Wasser waschen. Kurz antrocknen lassen. Den feuchten Huf mit Sonnenblumenöl oder Huffett bestreichen.

 

Husten:

  1. Einen Liter Thymian- Fencheltee kochen, abkühlen lassen, lauwarm samt Kräutern unter das Kraftfutter mischen.

 

Kotwasser:

  1. Man kann täglich 2 Teelöffel Kamillentee unter das Kraftfutter mischen. Spätestens nach 4 Tagen müsste die Wirkung eingesetzt haben.
  2. Andere schwören darauf maximal eine Woche täglich 250 ml Brottrunk ins Kraftfutter zu geben.
  3. Ein anderer Tipp ist, täglich 250 ml Joghurt unter das Kraftfutter zu mischen (1Woche).
  4. Würzbierhefe aus dem Reformhaus. Je nach Größe des Pferdes 1-2 Esslöffel pro Tag.

 

Mähnenspray:

  1. Handelsübliches Birkenhaarwasser in eine Sprühflasche füllen und wie gewohnt verwenden. Es schützt vor dem Austrocknen, es pflegt und fördert das Wachstum.

Pilz:

  1. Betroffene Stelle mit lauwarmen Wasser reinigen. Mit Joghurt einreiben.
  2. Betroffene Stelle mit lauwarmen Wasser reinigen. Mit Apfelessig einreiben.

 

Juckreiz Schweifrübe / Mähnenkamm:

  1. Retterspitz-Wassergemisch im Verhältnis 1:1 in eine Sprühflasche geben. Auf die betroffenen Stellen verteilen und gut einassieren.

 

Strahlfäule:

  1. Handelsübliche Mundspühlung in eine Sprühflasche füllen und den Strah damit reinigen. Kurz antrocknen lassen und die betroffenen Stellen mit handelsüblicher, weißer Zahnpasta großzügig einreiben.

 

Mauke (leicht):

  1. Die betroffene Stelle täglich mit lauwarmen Wasser und Kernseife waschen. Danach mit Brottrunk einreiben.
  2. Wie oben waschen und anschließend die betroffene Stelle mit Sauerkraut belegen und mit einer Bandage oder einer Babywindel fixieren.

 

Warzen:

  1. Nach Anleitung einer Heilpraktikers Thuja-Globuli ( D30 oder C30).

 

Weiße Reithosen und Turnierkleidung:

  1. Schonender als Bleichmittel ist es, 2 Päckchen Bachpulver in das Waschpulver zu geben

 

Wunden, angetrocknet, die schlecht heilen:

  1. Hochwertiger Imkerhonig (trüb) wirkt antiseptisch und hilft der Haut sich zu regenerieren. Betroffene Stellen täglich mit lauwarmen Wasser reinigen, danach mit qualitativ hochwertigem Honig bestreichen.
  2. Wunde beim ersten Mal feucht reinigen, danach mit Puderzucker bestreuen, er bindet den Schmutz. Den angetrockneten Puderzucker an nächsten Tag leicht beseitigen und erneut bestreuen. Das täglich wiederholen. Wenn die Wunde geschlossen ist fällt der Zucker von allein ab.

 

Zerrungen:

  1. Johanneskrautöl auf einen weichen Lappen oder Watte geben. Auf die betroffene Stelle legen und mit einer Wärmebandage fixieren.

 

 

Habt ihr noch ein Hausmittelchen, dass Wunder hilft? Lasst uns daran teilhaben und schreibt es uns in die Kommentare! Wir werden es in den Artikel aufnehemen. 😉

 

Fotos by Nicole Kumpf – www.nicole-kumpf.de

Giftpflanzen für Pferde

Im Normalfall besitzen Pferde einen sehr guten Instinkt dafür, welche Pflanzen für sie bekömmlich sind und welche Giftpflanzen. Wir sollten sie trotzdem von schädlichen Giftpflanzen fern halten, weil aufgeregte, erschöpfte oder sehr hungrige Pferde oft vergessen was für sie gut ist. Besser gesagt haben sie dann nicht mehr so einen guten „Riecher“ und fressen gierig und unbedacht alles was sie bekommen.

An gefährlichsten sind Giftpflanzen im Heu. Auch in getrocknetem Zustand ist die überwiegende Zahl der Giftpflanzen noch sehr gefährlich. Durch den getrockneten Zustand kann das Pferd bei der Heufütterung den Duftstoff der Pflanzen nicht mehr oder nur noch sehr schwach wahrnehmen.

Hinweise auf eine mögliche Vergiftung

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  • Atemnot
  • blutiger Harn
  • starker Speichelfluss
  • Taumeln

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Viele Giftpflanzen sind für Pferde tödlich, wenn nicht in kürzester Zeit Medikamente verabreicht werden. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung können auch mit einer Kolik verwechselt werden. Deshalb auch beim gringsten Verdacht immer sofort den Tierarzt rufen! Für den Tierarzt ist es dann sehr hilfreich, wenn man eine Probe der verdächtigen Pflanze vorzeigen kann.

 

Einige Giftpflanzen für Pferde

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Anlehnung

Was ist Anlehnung?

Die Anlehnung ist die ständige, weiche Verbindung zwischen der Hand des Reiters und dem Pferdemaul. Die richtige Anlehnung kommt nur dann zustande, wenn das Pferd sich die Anlehnung selbst sucht. Gefunden hat das Pferd die optimale Anlehnung, wenn es das Genick nachgibt, den Hals nach vorn-unten dehnt, das Gebiss annimmt und eine konstante, weiche Zügelverbindung entstehen lässt. In dieser feinen Anlehnung darf das Pferd nicht im Maul gestört werden, es steht fein am Zügel.

Zeichen erkennen

Der Indikator für ein optimal gerittenes Pferdes ist sein beginnendes Schäumen. Bei feiner Anlehnung entsteht ein leichter Druck auf die Laden. Damit werden, ähnlich wie beim Fressen, die Ohrenspeicheldrüsen angeregt. Bei harter Zügelführung werden die Ganaschen nicht frei, somit verweigern die Drüsen ihre Arbeit und das Pferdemaul bleibt schaumlos. Die Ausnahme sind hierbei jedoch junge Pferde. Sie sind noch so sehr damit beschäftigt nach einer für sie optimalen Anlehnung zu suchen, dass sie noch nicht abkauen können.

„An den Zügel kommen“

Umgangssprachlich wird die Anlehnung als ein „an den Zügel kommen“ ausgedrückt. Der Reiter erreicht eine optimale Anlehnung durch sanfte treibende Hilfen im Zusammenspiel mit leichtem Annehmen und Nachgeben der Zügelhände. Dieses Agieren sollte jedoch nur kurzfristig sein, weil sonst bei einer starken, anhaltenden Anlehnung das Pferdemaul „hart“ wird. An dieser Stelle sei zu dem dringend vom „Riegeln“ im Pferdemaul abgeraten. Es führt dazu, dass das Pferd zwar vor dem Schmerz im Maul den Kopf runter nimmt, aber durch seine Flucht vor dem Gebiss im Genick verhärtet und den Rücken dabei wegdrückt. Tackt und Losgelassenheit gehen verloren und das Hinterbein kann nicht mehr energisch untertreten.

Anlehnung 1 _Fotor

 

Am Zügel: Hier ist der Idealfall dargestellt. Stirn und Nase des Pferdes bilden eine Senkrechte. Die Nase kann leicht vor der Mittelsenkrechten stehen, wobei das Genick des Pferdes der höchste Punkt ist. Der obere Halsmuskel des Pferdes tritt sichtbar heraus wenn der Hals des Pferdes aufgewölbt ist. Der Zügel hält eine feine Verbindung zum Pferdemaul.

 

 

 

4 Anlehnungsfehler

Anlehnung 2_FotorÜber dem Zügel: Stirn und Nase bilden keine Senkrechte. Das Pferd geht über den Zügel und währt sich gegen ihn. Pferde, die häufig so gehen haben eine deutlich sichtbare Unterhals- muskulatur. Das ist ein Zeichen, dass sich das Pferd im Rücken fest macht und nicht über ihn tritt. Das Pferd hat keine Anlehnung und ist nicht losgelassen. Die häufigsten Ursachen dafür ist das mangelnde feinfühlige Zusammenspiel der reiterlichen Hilfen. Das Pferd entzieht sich einer zu starken Hand oder weil der Reiter selbst nicht in der Lage ist eindeutige und abgestimmte Hilfen zu geben.

 

Anlehnung 3 neu_Fotor

Auf dem Zügel oder Sperren: Das Pferd stützt das Gewicht seines Kopfes mit offenem Maul auf der Reiterhand ab. Es entsteht ein starker Zug auf den Zügeln, der eine feine Hand des Reiters in dieser Situation unmöglich macht. Die einzige Möglichkeit das Pferd an die Hand zu bekommen ist nun, ihm seine Stütze zu entziehen. Das Pferd muss energischer, aber nicht schneller, getrieben werden. Ein konsequentes Vorwärts-Abwärtsreiten ermöglicht Stück für Stück das Wiederherstellen einer feinen Verbindung. Keine Ziehkämpfe – Stütze entziehen!

 

Anlehnung 4 neu_Fotor

Hinter dem Zügel: Das Pferd versteckt sich hinter dem Zügel, wenn es sehr feinfühlig ist und ein starker Zug auf die Zügel kommt bzw. der Reiter eine harte Hand hat und von hinten zu wenig entgegen treibt. Das Pferd zieht den Hals zusammen und drückt den Rücken weg, Tackt und Hinterhand gehen verloren. Hier ist ein frisches Vorwärts-Abwärtsreiten erforderlich, um die Losgelassenheit und das Suchen nach Anlehnung wiederherzustellen. Diesen Fehler immer sofort korrigieren, weil sich längerfristig das Nackenband entzünden kann.

 

Anlehnung 5_FotorEingerollt oder falscher Knick: Das Genick bildet bei beiden Varianten nicht den höchsten Punkt. Eingerollt kann das Pferd bei einer sehr feinen Hand noch schwingen, beim falschen Knick drückt es den Rücken jedoch weg. Um diese Anlehnungsfehler zu korrigieren benötigt man es sehr viel Geduld und eine weiche Zügelverbindung. Das Hinterbein muss zum Untertreten animiert werden, um eine Losgelassenheit im Rücken zu erzeugen. Die Grundlage ist eine kontrollierte Versammlung mit weicher Hand, in der das Pferd vorwärts-abwärts geritten wird.